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Die Gegenstände ihres Handels waren wohl dieselben, wie beider Ravensburger Gesellschaft. Der hauptsächlichste Ausfuhr-artikel nach Spanien blieb süddeutsche Leinwand, weshalb sichauch Lütfried 1454 in St. Gallen, einem Hauptsitze der Leinen-fabrikation, einbürgerte. — Von den Dingen, die aus dem Südennach Deutschland zurückgebracht wurden, wird uns zufällignur Safran genannt,') es unterliegt aber keinem Zweifel, dassalle jene Handelsgüter, die als Rückfracht durch die Händeder Humpissgesellschaft gingen, auch Einfuhrartikel der Möttelibildeten.
Wir sind leider über alle diese Verhältnisse sehr spärlichunterrichtet und würden kaum etwas Sicheres darüber wissen,wenn sich nicht die Akten eines Familienprozesses im LuzernerStaatsarchiv und im Archiv der Stadt St. Gallen teilweise er-halten hätten.
Dieser Prozess führt uns zu den Kindern Hans Möttelis,des Vogtes von Arbon zurück, denen ihr Vater bei seinemTode sehr ungeordnete Vermögensverhältnisse hinterlassen hatte.Von ihrem Wohnsitz, dem Schloss Roggwil im Thürgau, ausrief die Witwe für ihre Stiefkinder die Hilfe ihrer Schwägeran, und Rudolf und Lütfried bemühten sich, die Hinterlassen-schaft zu ordnen, sie machten Vorschüsse und brachten alleswieder in ein ordentliches Geleise. Der zw r eite Sohn Hans ward,auf Ritten der Witwe und des ältesten Bruders Georg, vonden Onkeln bei der Ravensburger Gesellschaft versorgt undtrat bald darauf in das neugegründete Geschäft der Mötteliüber. Als der jüngere Sohn Rudolf herangewachsen war, nahmLütfried auch diesen mit sich nach Spanien.
Hier, jenseits der Pyrenäen, machte Hans eine fast acht-jährige, Rudolf eine etwa sechsjährige Lehr- und Dienstzeitdurch. Hans finden wir meist zu Saragossa, wo die Gesell-schaft ständige Vertreter unterhielt, wir sehen ihn aber auchin Avignon. Rudolf begegnet uns öfter in Valenzia. Wir er-
! ) Neujahrsschreiben Rudolfs an Luzern vorn 8. Januar 1471. Orig.St.-A. Luzern.