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Eine spätere Quelle berichtet nach dem (verlornen?) Lin-dauer Plan dbuch, dass im Jahre 1420 ein dortiger Bürger seinHaus an der Vischergasse dem Rudolf Mötteli und seiner Ge-sellschaft hypothekierte.') — Das Datum 1420 muss aber ver-lesen sein; bereits im Jahre 1419 ist Rudolf Mötteli als Chefder Verbindung zurückgetreten, und die Leitung ist übergegangenan die Vettern Jos und Ital Humpiss. 2 ) Die Vorgänge, welchediesen Wechsel hervorriefen, entziehen sich leider unsererKenntnis; gewiss ist, dass die Humpiss, die mächtigste Ravens-burger Familie, aus der bereits im vierzehnten Jahrhundertein Reichslandvogt in Schwaben hervorgegangen war, für eineVertretung nach aussen als besonders geeignet erscheinenmussten. 3 ) Die Mötteli scheiden aber nicht völlig aus derAssociation aus, sie treten nur in die zweite Linie zurück.Immerhin ist der ausländische Handel fürderhin nicht mehrihre einzige Kapitalanlage. Sie erwerben, auch hierin ein Vor-bild der spätem grossen Augsburger Handelsdynastien, Grund-besitz, sie treiben Bankiergeschäfte und lassen sich für die vor-gestreckten Summen liegende Unterpfänder einsetzen. 4 ) Da-mit treten sie uns ungleich häufiger und greifbarer als bisherin den Urkunden entgegen.
Es ist dies zugleich die Zeit, wo die Mötteli zum erstenMal in Beziehungen zu den linksufrigen Bodenseegegenden, zuGebieten der heutigen Eidgenossenschaft, treten: der ehemaligeChef der societas mercatorum altioris Alamaniae, Rudolf Möttelider Alte, der bereits 1417 das Kempter Lehen Woringen be-sass, s ) erwarb 1422 die Pfandschaft der bischöflich-konstan-zischen Stadt Arbon.
') Lindauer anonyme Geschlechtsregister.
Hafner, 1. c. S. 264. Heycl 1. c. S. 10.
3 ) Die Familie Humpiss (Huntpiss) gab ihrer Vaterstadt vom Jahre1371 —1508 dreizehn Bürgermeister. — Vgl. über das Geschlecht Hafner1. c. besonders auf. S. 93—96; auch Baumann in der Zeitschrift für dieGeschichte des Oberrheins. Bd. XXXII.
4 ) Rudolf Mötteli der Alte ist es ohne Zweifel, der den Grafen vonWerdenherg 1000 Rh. Gulden ä 5°/o geliehen hatte, welche noch 1459 zugunsten von „Rudolf Mötelis erben" auf der Grafschaft Heiligenberg lasteten.
Fürstenberg. Urb.-Buch VI. No. 2323. S. 384.
6 ) Primbs. Der Mötteli-Handel in „Schriften d. Vereins f. Gesch. d.