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1 (1877) Die meißnisch-sächsische, niederlausitzische, böhmische und ältere Linie der Edeln Herren v. Ileburg
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Geschichte und die Alterthümer jenes Landes untersuchten »nd darstellten, wieWorbs, Neumann, Schelz, Gallus, Schneider u. a. nur einer Meinung,daß es dort kein Herrengeschlecht gegeben habe, das den Edeln v. Jleburg anMacht, Einfluß und Umsang seiner Güter gleichgekommen sei.

Wenn dem so ist, so muß es billig Wunder nehmen, daß nicht in neuererZeit von der einen oder der andern Seite die Geschichte eines so hervorragendenGeschlechts — zugleich auch im Interesse der Landesgeschichte und Landeskunde— der Gegenstand gründlicher Erforschung und Darstellung geworden ist. Frei-lich hat das Haus der Herren v. Jleburg schon vor mehr als hundert Jahrenseine Geschichtsschreiber gehabt, aber die nur aus einer beschränkter!! Zahl vonUrkunden geschöpfte Arbeit des um die Geschichte seines Heimathlandes hoch-verdienten George Christoph Kreysig (im 4. Bande seiner Beyträge zur Ge-schichte der Chur- und fürstlich sächsischen Lande) und anderer älterer Autoren,deren Aufzeichnungen ungedruckt geblieben sind, sind nur als orientirende Vor-arbeiten, nicht als dem Gegenstande angemessene Darstellungen anzusehen.

Auf der andern Seite fehlte ein Antrieb bei der Familie selbst. Sie,die seit dem Jahre 1469, nach ruhmvollen Thaten im Bundeskriege, in Preußenein neues Vaterland dauernd sich gegründet hatte, war, nachdem die meißnischenStammhäuser gegen das Ende des 14., die Niederlausitzischen allmälig und dasletzte vor vierhundert Jahren veräußert, die in Böhmen belegenen nach dem1538 erfolgten Aussterben der dortigen Linie in fremde Hände übergegangenwaren, durch diese Thatsachen, sowie durch Zeit und Raum ihrem Vaterlandemehr und mehr entfremdet worden. Keine Urkunden aus ihrer gewaltigen Ver-gangenheit waren in die neue Heimath mit hinübergenommen worden; dieVerwaltung weitläufigen Grundbesitzes in ihr und hohe Staatsämter undKriegswürden im Dienste des ritterlichen Deutschen Ordens und der ihm fol-genden Brandenburgischen Dynastie ließen das Geschlecht sich mit dem begnügen,was zuerst gelegentlich und zerstreut, dann eigends in dürftigem Maaße die Ge-schichtschreiber des Heimathlandes von der Familie überlieferten. Vor dem18. Jahrhundert war es, wie bekannt, nur äußerst wenig Familien durch dieGunst der Umstände in sachlicher oder persönlicher Hinsicht gestattet, Urkunden-bücher zur Geschichte der Vorfahren vollendet zu sehen; erst im 19. hat dieAufmerksamkeit für die Geschichte adeliger Geschlechter bei ihnen selbst verbundenmit der Zunahme des historischen Sinns im Allgemeinen und dem Fortschrittein der kritischen Behandlung der Geschichtsquellen neben der zunehmenden Er-leichterung ihrer Aufsindung und Benutzbarkeit, auf dem Gebiete der Familien-kunde des deutschen Adels eine Reihe von Urkundenwerken ins Leben gerufen,welche an ihrem Theile nicht allein zur Förderung der historischen Kenntniß