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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Welse, daß das Wasser in der Vorzeit bis an jenen Hügel— welcher jetzt wenigstens 1 Stunde von der Elbe ent-fernt liegt — getreten ist und daß Schiffe daselbst habenanlegen können. (Vergl. die Güter Hohenlncht undWechtern). —

Wann sich die Familie v. <1. Ossksir in Oederquartansässig gemacht hat, läßt sich nicht bestimmen. So viel istgewiß, daß Hermann v. cl. Ossiren, der Stifter der IstenLinie, mit seiner Frau, Oarllara v. Osiinersbausen, einenHof zu Oederquart erheirathete. Es heißt in dem betref-fenden Ehecontracte äs l 534 (viel. Urk.), daß Oardara'sMutter, Osssirs (v. ä. Olo^a), ihrer Tochter mitgegebenhätte:

1) ihren Hof, belegen im KirchspiUe Freiburg, amHollerdeiche,

2) den Zehnten zu Oederquart über 49 Stücke Landes,

3) Vierhundert Mark Lüb.

Weiterhin in selbigem Contracte wird jener Hof alsin Oederquart belegen bezeichnet.

Und doch im Kirchspiele Freiburg! Dieses erklärt sichdadurch, daß das jetzige Oerichsheil und vielleicht auch dieübrigen Osoirsn'schen Güter, welche dort lagen (vick. unten),vermuthlicher, wenn auch auffallender Weise früher zu letzt-gedachten Kirchspiele gehörten. Denn noch Osinrisir Ottov. ck. Oseirsn a. Oerichsheil (st 1681) bekam einen Rechts-streit mit dem Prediger zu Freiburg über die Frage, obsolches Gut zur Oederquarter oder Freiburger Gemeindezu rechnen sei. Der Prediger scheint nicht Unrecht gehabtzu haben. Wenigstens ward durch einen Vergleich äs 12.3un^ 1667 festgestellt, daß der Besitzer von OerichsheilStatt des früheren Opfers von V2 Thlr. künftig jährlich1 Thlr. Oass. dem Freibnrger Prediger entrichten solle(und dagegen wohl von da an im klebrigen aus dem kirch-lichen Verbände mit Freiburg entlassen werde). DieserThaler wird bis zum heutigen Tage nach Freiburg bezahlt.

Es ist nun aber noch nicht ausgemacht, ob der oben

9 Einfacher wären freilich obige Thatsachen in folgender Art zu erklären:Es zieht sich eine, jetzt wasscrlose Bodenvertiefung eine bedeutende Strecke weitdurch das Ackerland von Oederquart bis in die Freiburgcr Wettern (Fleth)jenseits von Laak. Diese Vertiefung wird die Siel-(Syl-)Baljc genannt.Baljc bezeichnet, wie schon beim Gute Baljc bemerkt, eine Einsenkung, eineRinne. (So heißen auf den Ostfricsischen Inseln, z. B. Borkum, diejenigenWasserrinnc», welche eine Anlandung zwischen den Untiefen hindurch ermög-lichen, Baljen). Siclbaljen würden demnach gleichbedeutend sein mit Sicltiefcn,worunter man z. B. im Oldcnburgschcn die zur Abführung des überflüssigenBinnenwasscrs, sowie zur Schiffahrt, bestimmten Kanäle versteht. (Zu lebhaf-ter Schiffahrt mit Kähnen werden auch in einigen Bremischen Marschen dieFleche benutzt). Siel ist übrigens eigentlich eine kleine Schleuse oder eineWasseröffnuug im Deiche, wodurch die Wettern, welche auch selbst wohl Sielegenannt werden, ihren Abfluß haben.

Mittelst fraglicher, früher ohne Zweifel tieferer und wassergefüllter Syl-baljc könnten nun also ehemals Schiffe von der Elbe nach Oederquart ge-langt sein.

gedachte ursprünglich Osiinsrsiranssn'sche Hof das jetzigeOerichsheil ist (wenngleich dieses wahrscheinlich, da derZehnte über 49 Stücke Landes, welcher mit jenem Hofeverknüpft gewesen zu sein scheint, noch jetzt, so weit er nichtabgelöset, dem Gute Oerichsheil zusteht).

Denn es lagen im 16ten Jahrhunderte mehre Ossiren-sche Güter im Dorfe Oederquart (wovon eines unseresHermann Stammgut gewesen sein mag). Dieses beweisetdie Urkunde vom 18. Oskr. 1586. Darin erscheinen da-selbst 3 Oseirsn'sche Höfe, nämlich:

1) Derjenige „erb- und eigenthümliche" Hof, welchendamals Oster v. ck. Ossirsn (des mehrgedachtenllsrmann Sohn) seinem Bruder Oönniss für1566 Thlr. verkaufte.

2) Im Osten grenzte daran dieses Tönniss eigen-thümlicher Hof, worauf er wohnte.

3) Im Westen grenzte daran des weil. Oinrisir v. ck.Ossirsn Hof, welchen obiger Ostsr von seinenVettern, Oians v. ck. Osoiren ssn. (Stifter der4ten Linie) und Oians v. ä. Osoiren gnn. (SohnOlinrieir's, Stifters der 3ten Linie) an sich gebrachthatte.

Hieraus dürfte zu schließen sein, daß unsere Familieschon vor — vermuthlich schon lange vor — Hermann'«Heirath, 1534, in Oederquart ansässig war.

Die Geschichte eben gedachter 3 Höfe läßt sich, geson-dert, nicht weiter verfolgen. (Die beiden Höfe des Oönnisswerden aber, da er 1592 unverheirathet starb, jedenfallswieder seinem Bruder Ostsr oder dessen Söhnen zugesal-len sein).

Bei der Erbtheilung unter Ostsr's Söhnen, 1621,wird nur 1 Hof in Oederquart, und zwar unter dem neuenNamen Oerichsheil, erwähnt.

Daß die 3 Höfe cpn. oder auch nur 2 davon verschmol-zen wären und zusammen das jetzige Oerichsheil gebildethätten, ist freilich möglich, aber doch deshalb nicht glaubhaft,weil Oerichsheil noch lange nachher sehr klein blieb, wenig-stens an Länderei.

In dem Recesse über die eben beregte Erbtheilung äs1621 wird übrigens schließlich noch auf „der Sämmt-lichen v. ck. Oseirsn Stamm gut" (als in Ostsr'sHänden) hingewiesen, wovon 1 Pferd und ein fünfter TheilRoßdienst geleistet werden müsse. Dieses Stammgnt wirdleider nicht näher bezeichnet oder benannt. Es kann darun-ter wohl nur Oerichsheil verstanden worden sein, da Bruch-hof schon vorher mit 2 Pferden Roßdienst aufgeführt wird,Ritterhof (Oetsr's gewöhnliche Residenz) aber schon damalszu den bedeutendsten Gütern gehörte und jedenfalls mehrals O/s Pferd zu stellen hatte.

Osten (st 1619) besaß nämlich, ausser vielen andernkleinen Höfen und Pertinenzien, die Güter Bruchhof, Rit-terhof und Oerichsheil.