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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Da, gleich dem obigen ersten Lioskms, auch der Haupt-mann ?stsrsen den seltenen Vornamen ^Vicllarck führte, daferner sowohl der Fähnrich 9noo6 Kostme, wie dessenSchwager ktlalaspina solchen Hanptmann stets Oheim nen-nen, so muß derselbe in nahen verwandtschaftlichen Bezie-hungen zu der Familie Lmskmc gestanden haben. ?otsrssnerscheint bis 1779 fortwährend als Eigenthümer von Bor-stet, welches er indessen wenigstens seit 1775 durchden darauf wohnenden Nalaspina. verwalten ließ. Spätermuß letzterer das Gut erworben haben; namentlich 1788,bei Gelegenheit der Verheirathung seiner Tochter, wird erausdrücklich Erbherr a. Borstet genannt. Wenn es vonseiner Schwiegermutter im Kirchenbuche heißt:Am 11. cknl^1787 starb die Frau Kopllia NarZ. kvoekmcn, Wittwe desLieut. ^Vickmrck Liosimsn, auf ihrem adelichen GuteMand. Borstet" so ist das Wohl nicht stricto zu nehmen.

Seit etwa 1799 finden wir Borstet im Besitze des Lieut.v. HartrviK. Es kann dieses aus der nachherige RittmeisterLlsorK klein rieb (vicl. oben), der Schwiegersohn des Alains-pina, gewesen sein ^). (Sein scheinbar einziges Kind, Loxlliallonriotts Imnisc v. Hartwig geb. 3. >1un^ 1789, st 28.

falls im Amte Achim begütert ; namentlich besaß er dort einen Meierhof zuNescn. Diesen verkaufte er am 12. IVlaz- 1727 für 650 Thlr. an die Wittwedes oben mehrgcdachtcn Domherrn Krans lleinricir v. dranrin. Kosiinenbediente sich damals schon desselben Wappens, welches der Syndikus KransKoeiinsn (später Eigenthümer von Frclsdorfcrmühlen) beigelegt erhielt, als der-selbe am 7. ^xr. 1736 vom Kaiser in den Adelstand erhoben wurde. Imgelben oder goldfarbigen Schilde dieses Wappens zeigt sich die aufrecht stehendeFigur des iVlntius Luasvola, die rechte Hand mit aufwärts gezücktem Schwersteüber dem Feuer haltend, die linke Hand hat er in die Seite gestemmt. Ans demHelme befinden sich zwei auswärts geneigte gelbe oder goldfarbige Straußfedern,dazwischen wieder das Schwerst.

Der Vater dieses Krans Kaolinen lebte 1736 noch, als ältester, 80jähriger,Bürgermeister von Bremen. Krans wurde am 26. Na)-1716 vom Landgrafendar! von Hesscn-Casscl zum Amtsrath in den Aemtern lichte und Frcndcnberg be-stellt und vcrheirathete sich im selbigen Jahre mit Naria Narx. Millers ansBremen.

1717 ward er Vicc-SyndicuS, 1729 Syndikus in solcher Stadt, späterChurf. Br. Lüncb. Commissionsrath, auch Quartalvcrschl. Commissair. Er starb10. Nov. 1761.

Er hatte das frühere v. LroberAen'sche Gut Frclsdorfermühlcn (durch^.ronä InrAsn v. ZZroderxsn st 1705 in Konkurs gerathen) erworbenund war davon 1737 in die Bremische Ritterschaft recipirt worden. Nachherwurden seine Söhne IVsrnor 1773 (er p 1786) und der Major loirann Hiero-niinns 1786 (er st 1791) von dem Gute immatricnlirt. Deren Schwester NariaNarAarste v. Kaolinen brachte es sodann ihrem Gemahle, donrack Kris-cirieti v. Lolirvanorvoäo, zu.

Daß die oben im Texte uns beschäftigende Familie Kaolinen mehrfältig auchvon Kaolinen genannt wird, darauf hat wohl der Gedanke an ihre adelichenStammvcttern influirt.

1) Ueber die Herkunft desselben habe ich nichts zu ermitteln vermocht. DerName ist ein italienischer und führte ihn eine bekannte fürstliche Familie. DasWappen unseres Naiasxina, welcher sich übrigens nicht v. N. sondern äo N.schrieb, zeigt sowohl im Schilde wie ans dem Helme einen Baum, um dessenStamm sich eine Schlange windet.

2) Ein mir vorliegender v. HartrviA'schrr Stammbanm bezeichnet freilichden Rittmeister door^ dliristian dlomons v. Hartwig, einen Vetter des

lVuF. 1862 vermählte sich am 3. 1817 mit Earl9ollaim (leoi'A v. OüriliA nachher Oberhauptmann in Mei-nersen st 19. Lspt. 1862).

Hart-wiK gerieth in Concurs, aus welchem das GutVlmcksl V^illlelm v. Eoamm, Besitzer von Borstet A. (Horn-borstel), an sich brachte und zwar, einer Notiz zu Folge, imJahre 1795. (Der Staatskalender, welcher noch 1893 denHartwig als Eigenthümer ausführt, ist in solchen Sachenkeine Autorität; er behält oft noch viele Jahre nach Verlustder betreffenden Güter die alten Eigenthümer bei).

Dieser TRscksl IVilllslm (geb. 15. i^ril 1759, st28. 3n1)r 1891) war der Sohn des oben vorkommenden-August 1'Tiockricli v. Er. und der ksbsooa. IRilcrs. Er ver-mählte sich am 7. Eot. 1787 mit ^.ntomöttcNaria. V. Isssn-ckvrtk geb. 3. Lspt. 1752, st 15. Nnrt. 1819, Tochter desLandr. .lokr. Idrisckr. v. 9. a. Brake, Düring w. u. d. ^.n-toillstts Alaria v. AVsosskzö). Dieselbe ward am 19. Ect.1891 zur Vormünderin ihrer 3 Kinder bestellt. Diese waren:1) ^Viill. ^.rckoiimtts Rsllsoca. (geb. 9. .lanuar 1799, st8. Nnzr 1823 unverheir.), 2) Earolins IlluIi^gÜQs (geb. 4.Kspt. 1793, st 21. Na.)- 1825), am 12. Alov. 18t8 vermähltmit ihrem Vetter, dem Drost und nachherigen KreiseinnehmerIprieckrioll ^.nAnst v. Issenckortk (geb. 26. llannar 1791, st18. Na)- 1831, Sohn des Drost und Landr. HermannEllristian v. 9. a. Düring und der T^nna ^.mslia v. <1.Osokren), 3) Rknzcksl ^Villlclm (geb. 25. 9kp>r. 1795).

Letzterer übernahm später die beiden väterlichen GüterHornborstel u. Mandelsenborstel. Er starb am 25. 9nn/1835 unvermählt, worauf jene Güter den Kindern seinerSchwester Earolins ?llilippins zufielen. Diese, nämlichder Amtsrichter T^nAnst I^risckricli v. 9sssnckortk und^.malia. /Vnna Elisaknztli v. .Issenckorlsi verehelichte v. tpress,haben beide Güter im Jahre 1846 für 39999 Thlr. anden Amtsrichter Oisckriell IBoolnus v. ä. Oeolcsn (IsterLinie) vertauft, der davon am 27. Eot. e. a. die Matrikelerhielt. Von ihm ist dort ein sehr stattliches neues Her-renhans erbauet. Die Güter sind jetzt ganz in eines ver-schmolzen.

Seine Kinder besitzen es gegenwärtig noch in Kom-munion.

In Borstet liegt noch ein Gut, welches gleichfalls ge-wöhnlich Mandelborstel genannt wurde, jedoch nie in dieMatrikel aufgenommen ist. Dasselbe scheint früher der

obigen (steoi-A Heinrieii, als Inhaber von Mand. Borstet; ich glaube aber,irrthümlich. Allerdings hatte sich jener Rittmeister um 1778 mit Rebeeeadatii. Narx. Hanna v. drainnr (geb. 23. Na)- 1756) verheirathet. DieseHcirath konnte indessen die Erwerbung von Mand. Vorfiel nicht begünstigen.Denn der Vater solcher Frau, kinxnst Krisärleir v. dr. hatte M. Vorfiel (Z.)schon 1738 verkauft und ihr Bruder Dirsäui IVIIIisinr kaufte dasselbe erst1795 wieder.