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Nota IS.
Ouartalsverschlags-Commiffair Johann Heinrich v. d. Decken,
gen. v. Offen. 1699—1788.
(Siehe Seite 61.)
Er scheint weder in Militair- noch in sonstigen Staats-Diensten gestanden zu haben. Es findet sich nur, daß erdie ritterschaftliche Stelle eines Quartalsverschlags-Com-missairs Z bekleidete.
Das Bemerkenswertheste in seinem Leben ist, daß erseinem Namen denjenigen der Familie v. Offen zufügte.Der Oberstlieutenant Anton Hinrich v. Offen auf Baljeund Schölisch — ff 21. October 1732, Sohn des LorenzHermann v. O. und der Anna Margaret« v. Tcttenborn —war nämlich der letzte seines Geschlechts. Sein einzigerBruder, Clans (geb. 4. April 1664), starb schon vor ihm.Außerdem hatte er freilich noch 5 Schwestern, welche abertheils unverheirathct (4), theils kinderlos waren. Da nunauch er selbst, der Oberstlieutenant, in seiner Ehe mit Sa-
Die OuattlNsvcrschwgs-Coiiimifsaii'e hatten neben dem K. Beamtenfür die regelmäßige nnd ordnungsmäßige Distribution und Entrichtung derständische» Steuern nnd den ganzen Betrieb der Communal-Anlagc-Sachen zusorgen, nicht weniger die Einquartierungen zu überwachen. Der AusdruckQuartal kommt daher, daß jährlich 4mal die betreffenden Sitzungen gehaltenwurden, und Verschlag heißt so viel wie Anschlag, Uebcrschlag, Regnlirung. Jetztist dieses JnstitiN antiquirt, aber erst seit etwa 2V Jahren.
bina Margaret« v. d. Decken — Tochter des Johann Hein-rich v. d. Decken und der Anna Elisab. v. Engel — keineKinder erzielt hatte, so setzte er 1731 den Neffen seiner Ge-mahlin, den hier in Rede stehenden Johann Heinrich v. d.Decken, mit der Bestimmung und Bedingung zum Erbenein, daß derselbe und seine Nachkommen den Namen nnddas Wappen derer v. Offen neben ihren ursprünglichen mitführen sollten. Dieses wurde auch regierungsseitig unterdem 7. October 1732 genehmigt.
Wie wenig aber solche Erbschaft den Erwartungen ent-sprach — was um so mehr auffallend, als die gedachte Sa-bina Margaret« v. d. Decken einen höchst bedeutenden Brant-schatz inferirt hatte —, werde ich bei der Beschreibung desGutes Schölisch II. des Nähern darlegen.
Unser Johann Heinrich blieb stets in bedrängten Bcr-mögensverhältniffen, weshalb er auch sein Gut Niensteden(viä. dieses) verkaufen mußte. Seine 3 Frauen scheinenihm nicht viel zugebracht zu haben, oder er hat das Bchu-sige nicht zusammen zu halten gewußt, welches letztere wahr-scheinlicher, da wenigstens die Aeltern seiner ersten Gemah-lin, Lucia Amalia v. Schulte, reich waren.
Nota RZ.
Clans v. d. Decken, der Fettere, 1588.
(Siehe Seite 65.)
Selbiger erscheint vielfältig in den Urkunden. EtwasSpecielleres weiß ich aber über seine Person und Lebens-nmstände nicht mitzutheilen (außer demf was der Artikel überseinen Bater, den Bürgermeister Claus, enthält). Doch be-zieht sich vielleicht ans ihn und einen seiner Brüder folgendeNotiz, welche der Archivar v. Post beibringt:
„^.nno 1532 ist dem ansgewichencn Rath (in Bremen)zu Dienste Claus v. d. Decken mit seinem Bruder und 12gerüsteten Pferden bei deßen Wiedereinholung zu Bremen
bis die Unordnung des Regiments gestillet, in der Stadtgeblieben".
In den Anmerkungen zur Familie v. Wersebe berichtetv. Post über diesen Vorfall Nachstehendes:
,,^,iino 1532 ist unter andern Adelichen, die zur Be-schützung des hereingeholten Raths sich in voller Rüstungeingestellet, auch gewesen Berend v. Wersebe. Sonsten habenverschiedene andere eine gute Zeit sich mit ihrer Rüstung zuBremen, biß der Aufstand gänzlich gestillet worden, aufge-