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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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des Gräfengerichts Freiburg ging im vorigen Jahrhunderte(1711) in Flammen auf. Die des Gräfengerichts Bützflethward schon früher durch einen ungetreuen Beamten abhandengebracht.') Endlich ist auch selbst das Stader Stadtarchiv welches ohne Zweifel vieles hier Brauchbare enthieltbei Gelegenheit der am 26. May 1659 Statt gehabten großenFeuersbrunft fast gänzlich vernichtet worden.

4) Das ritterschaftliche Archiv bewahrt Nichts, was diefrühere Geschichte der Kehdingschen Geschlechter und insbe-sondere der Familie v. d. Decken aufklären könnte, schon ausdem einfachen Grunde, weil Mitglieder derselben erst umdie Mitte des 16. Jahrhunderts in die Ritterschaft aufge-nommen worden sind. Daneben reicht auch jenes Archivüberhaupt nicht sehr weit zurück, indem sich die Ritterschafterst verhältnißmäßig spät als oorpms constitnirt hat und inder ersten Zeit auch meistens nur mündlich (zu Pferde) con-ferirt wurde.

5) Das Erzbischöfliche, jetzt in Stade befindliche Archivbietet gleichfalls nur wenig KockinAensia.

6) Wie schon oben angedeutet, sind die Lehns-Archivefür die Geschichte des Adels besonders wichtig. Aber auchdieses Hülfsmittel muß der Kehdingsche- wie überhauptder Bremische Adel entbehren. Denn seine Güter, mitsparsamen Ausnahmen, waren bekanntlich von jeher allodial.Nur einzelne, dem Erzbischofe oder dem Domcapitel und demDomprobste zuständige Lehus-Objccte, wie Zehnten, Fähr-Gercchtigkeiten, Gerichte, traf man an, welche der geist-lichen Oberherrschaft ihre Entstehung verdankten. Diedieselben betreffenden Lehnsbriefe erstrecken sich aber im Gan-zen ebenfalls nicht weit zurück.

7) Auf den Adelssitzcn im Kehdingschen sind anscheinenddurchaus keine alte Documcnte mehr vorhanden (nur aufOerichsheil und Bruchhof werden mehre, wenigstens aus dem16. Jahrhunderte originirende aufbewahrt). Der Grunddieses Ilmstandes ist, abgesehen von den ihn erklärenden schonoben hervorgehobenen allgemeinen Verhältnissen, zum Theileauch wohl darin zu suchen, daß die Güter, als freies Eigen-

Als nämlich dic Dänen 1657 das Bremische oreupirtcn, soll ChristinnDaniel Stnckc, welcher seit etwa 1653 Bntzflethscher Gräfe war, deren Parteiergriffen haben und, als sie noch selbigen Jahrs das Land wieder räumenmußten, ihnen nebst der ihm anvertrauten Registratur nach Gluckstadt gefolgtsein. (Man vermuthet sogar, daß letztere noch jetzt in Glückstadt ober sonst woim Dänischen vorhanden wäre.) Es liegt freilich näher, zu glauben, daß esdem Stucke einfach eben so ergangen sei, wie seinem Kollegen, dem FrciburgcrGreifen Otto v. Rönne; dieser wurde 1657 von den Dänen arretirt und nachGlückstadt geschleppt. Indessen ist so viel gewiß, daß Stucke 1657 oder baldnachher Seitens der Schwedischen Regierung abgesetzt wurde und daß zu seinerZeit die Registratur <pn. verschwunden ist. Die spätern Arten und damitauch derjenige Theil der Registratur, welcher sich vielleicht zu betreffender Zeitnicht in Stucke's, sondern des Sekrctairs Verwahrsam befunden haben mag sind schließlich im Brande, welcher 1777 u. a. auch das Haus des Landcs-sekrctairs Ludwig Carl v. Dein in Drochterscn verzehrte, vernichtet worden (bisauf den Hamclwörden betreffenden Schrank).

thum, durch Veräußerimg und Verheirathung der Töchtervielfältig iu fremde Hände übergingen. Daneben dürfte diegroße Feuchtigkeit der Luft und des Bodens im Kehdingschennicht wenig zur schnelleren Vcrderbniß der Docnmente bei-getragen haben.')

III. Grnddcnknuiltr, Kichensttine u. dmsi.

Genau genominen, würden diese eigentlich gleichfallsunter die vorstehende Rubrik (Urkunden) gehören.

Sie intcressiren hier hauptsächlich wegen der Ahnen,die darauf durch ihre Wappen denen aber auch häufigdie Familien-Namen beigefügt sind repräscntirt zu seinpflegen.

Die meisten dieser, ehedem so zahlreichen steinernen Ur-kunden haben im Lause der Zeiten ihren Untergang gefunden,namentlich in der Stadt Stade, die jetzt fast ganz davon ent-blößt ist. Auch der Verdener Dom enthielt, bestimmterNachricht zu Folge, wenigstensGedächtnißtafcln" verschie-dener Decken's. Es heißt nämlich imVaterländischen Ar-chive" Jahrg. 1819, pnA. 199, bei Beschreibung jenesDomes:Noch hängen in der Kirche einige GedächtnißtafelnVerstorbener von Adel, besonders aus der v. d. Dcchcn'schcnFamilie." Alle sind leider bei der Renovation des Domes(um 1839) verloren gegangen. Es ist dieses um so mehrzu bedauern, als gerade der bis jetzt so unbekannte Zweigunserer Familie (dic V. Linie), welcher früher zum Theileim Bisthume Verden hansete, durch jene Reliquien ohneZweifel eine bedeutende Aufklärung gewonnen haben würde.

Die wenigen noch existirenden, hieher gehörigen Denk-mäler habe ich bei den einzelnen Persönlichkeiten, denen siegewidmet sind, in nähere Betrachtung gezogen. Besondershabe ich auch in dem Artikel über Diedrich v. d. Decken(V. Linie) die abweichenden Methoden, den vorkommendenAhnen ihren richtigen Platz anzuweisen, umständlich erörtert.

IV. Familien- und Privat-Nachrichlcn.

Ich habe dergleichen nur sehr sparsam zu erlangen ver-mocht. Alte, für meine Zwecke brauchbare Notizen, Stamm-bäume, Ahnentafeln :c. scheinen sich eben so wenig, wie eigent-liche Urkunden, noch im Besitze unserer Familie, oder sonstwo zu befinden. Wenigstens hat die deshalb von mir ge-führte weitläufige Correspondence, wenn sie überhauptwas selten auf Geneigtheit und Entgegenkommen stieß,durchaus kein nennenswertstes Resultat geliefert. Insbeson-dere die Preußische (V.) Linie hat mich fast ganz im Stiche

>) Aus allem bis dahin Mitgetheilten geh» nun zugleich hervor, wieschwer, ja fast unmöglich, es sein dürfte, eine nur einiger Maaßen zusammen-hängende und genügende (ältere) Geschichte des Landes Kehdingcn zu schreiben,eine Arbeit, welche wenigstens zu versuchen, sonst einen großen Reiz für michgehabt haben würde.