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saht, betitelt: „Nachrichten von dem alten RitterbürtigenGeschlechte der Herren von der Decken im Kehdingschen".Es ist dieses ein ganz unnützes Machwerk, oder vielmehrkein Machwerk, sondern eine völlig wörtliche — und dochungenaue — Abschrift der in Mushard enthaltenen Stamm-tafeln, welchen nnr noch einige wenige neuere Personen hin-zugefügt sind. Aber auch letztere sind meistens schwer zurecognosciren. So nennt Schmersahl z. B. die ersten beidenGemahlinnen des Johann Heinrich v. d. Decken, gen. v. Offen„v. Schilden und v. d. Weuse", während ihre Namen dochv. Schulte nnd v. Wenkstern waren. In ähnlicher Weiseheißt bei ihm das Gut Laack — Locke, Cadenbergen — Kat-teuberg; Ritterhof verwechselt er mit Rittershausen. Ergötz-lich ist, wenn er sagt: „man hat davon (nämlich von derEroberung des Landes Kehdingen, unter Mitwirkung derv. d. Decken) aunoch die Verse — „und dann die Versemittheilt, welche Mushard der Decken'schen Genealogie vor-gesetzt nnd bekanntlich selbst fabricirt hat, wie selbiger dennauch fast alle andern von ihm behandelten Familien mit solchenDcnkreimcn (die meistens ans das Wappen Bezug haben)beschenkte.
0. In I. W. F. v. Krohne's „Allgemeinem TeutschenAdelslexicon" findet sich ein längerer Artikel über die Familiev. d. Decken, wozu der Verfasser das Material zum Theilevon Mitgliedern derselben erhalten haben will. Leider sinddie Quellen, aus welchen diese geschöpft, nicht angegeben.Man kann daher z. B. auf die Behauptung, daß Henricusv. d. Decken um 1283 Land (im Kehdingschen?) verkauft
delsloh, v. d. Pahlcn (in Rußland), v. Tellenborn, v. Warner, v. Wcyhe.(Licutenani Augustin Jacob v. Warner — geb. 22. Febr. 1687, Sohn desLieutenant Matthias v. W. nnd der Ilse Christine v. Brock — lebte 1718 aufseinem Gute in Drochtcrsen, machte Concurs, wanderte aus, vcrheirathcte sich —nachdem er schon eine Frau in Drochtcrsen verloren zu haben scheint — am21. Nov. 1736 zu Poppentin in Mecklenburg mit der Wittwe CatharinaElisabeth v. Klöden, geb. v. Bclow, und starb daselbst am 26. July 1765.Seine Nachkommen leben noch gegenwärtig im Preußischen unter dem Namen„v. Werner" )
Dagegen hat sich nun wieder seit Mushard eine große Anzahl fremderoder neu geadelter — zum Theile auch schon wieder erloschener — Geschlechterim Hcrzogthumc Bremen ansässig gemacht und so einiger Maaßen den starkenAusfall gedeckt. Dahin gehören die v. Borries, v. d. Busschc, b. Cramm,v. Cronhelm, v. Finckh, v. Greiffenkranz, v. Hcimbruch lstammcn eigentlich ausdem Bremischen und waren nodiles), v. Heimburg, v. d. Hellen (nicht zuverwechseln mit den MuShard'schen v. d. Helle), v. Holleufcr, v. Hodcnbcrg,v. KiclmanScgge, v. Klenck, v. Klinckowström, v. Kochnen, v. Lilienburg, v. Münch-hausen, v. Rohden (so schrieben sie sich, und nicht Nhodcn), v. Schade,v. Scheither, v. Schlüttcr, v. d. Schulenburg, Schuh v. Moderzitzky, v. Skoelln,v. d. Wisch (nicht die Kchdingsche Familie, sondern aus Holstein), v. Zabeltitz.
Außerdem viele Familien, die im Bremischen nur vorübergehend begütertgewesen sind, wie die v. Braun, v. Bülow, Götz v. Ohlcnhusen, v. Grolc,v. Hakelbcrg, v. Hartwig, v. Kcmpinsky, v. Kroncnfeld, Kunst v. Lilienfeld,v. Malaspina, v. Melvil, v. Müller, v. Peterscn, v. Puttkammcr, v. Schlcpc-grell, v. Sode, v. Spilcker, v. Stockhausen, v. Stralcnhcim, v. Uslar, v. Viereck,v. Weddig ic.
habe und auch in Bremischen Urkunden als Zeuge erscheine,oder, daß Burchard v. d. Decken 1418 gelebt habe, weiterkein Gewicht legen. Im klebrigen bringt der Artikel nichtsNeues.
O. Sodann enthalten auch noch verschiedene andereAdelslexica und ähnliche Werke längere oder kürzere Er-wähnungen unserer Familie, z. B. das allgemeine Adels-lcxicon von v. Hellbach, die Preußischen Adelslexica vonv. Zcdlitz und v. Ledebur.
L. Manche brauchbare Beiträge liefern die bekanntenund für die hiesige Provinz so wichtigen Sammlungen vonPratje; ferner Nieberding's Geschichte des Niederstifts Mün-ster; die Mindensche Geschichte (von Culemann) w. Vieleandere, einzelnes Sachdienliches enthaltende Bücher, werdeich geeigneten Ortes noch näher bezeichnen.
llk Von großer Bedeutung endlich für die Genealogiesind die Leichenpredigten (der gedruckten Trauerbriefe, sowieder Zeitungs-Annoncen nicht zu gedenken). Schon im 16.Jahrhunderte entstand der Gebrauch, verstorbenen Personenvon einiger Bedeutung nicht nur eine weitläufige Trauer-(Lob-) Rede oder Parentation zu halten, sondern solche auchdem Drucke zu übergeben. Dieser Gebrauch erreichte währenddes 17. saoonli seine größte nnd allgemeinste Ausdehnung,verlor sich aber im 18. fast ganz wieder. Solchen Redenwurden regelmäßig sogenannte Usrsormlia, angehängt, welcheden Lebenslauf des Verstorbenen, seine Familienverhältnisse,insbesondere auch seine Abkunft, seine Vorfahren, seine Ahnenbeibrachten. Es liegt auf der Hand, daß diese Uersonaliaeine sehr ergiebige Ausbeute für die Genealogie liefern müssen.Indessen sind sie mit großer Vorsicht zu benutzen, da esnamentlich mit der Richtigkeit der entfernteren Vorfahrennicht so genau genommen wurde, weil von ihnen die betref-fenden Familien selbst oft keine sichere Kunde hatten. Wasdagegen die Person des Verstorbenen, seine Verehelichnngen,Kinder, Aeltern, auch noch Großettern betrifft, so kann mandie darüber gemachten Angaben wohl durchgängig als be-gründet annehmen, indem alle desfallsige Umstände zur be-züglichen Zeit noch leicht mit Bestimmtheit und Genauigkeitzu erforschen waren.
Ich lasse nun die auf unsere Familie sich beziehendenLeichenpredigten, welche mir bekannt geworden sind und auchgrößten Theiles zur Einsicht vorgelegen haben, hierunter,qnoack titulnna, folgen:
1) M. Lor. Halenbeck, Pastor zu Stade. GeistlichesWischtüchlein bei dem Begräbnisse Hennecken v. d. Decken,Erbgcsesscn a. Stellenfleth. Hamburg 1612.
2) Johann Erasmus, Pastor zu Ritterhude. Lcichpre-digt auf Christina v. d. Decken, Claus v. d. Decken zu Stellen-fleth Tochter, Detlef Bremers Ehegenossin. Bremen 1612.
3) Matthias Franzen, Pastor zu Balje. Leichpredigtauf Margareta v. d. Decken, Claus v. d. Decken zu Stellen-fleth Ehegattin, geb. v. d. Lieth. Hamburg 1629.