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1 (1868)
Seite
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bei den kurzen Motiven der Litaneien und deren einförmi-gem Inhalte kaum denkbar gewesen ist.

Bach hat dies Werk mit einer Vorrede versehen,welche wesentlich dazu beiträgt, den künstlerischen Stand-punkt, auf dem er zu jener Zeit stand, zu erkennen.

Meinen Freunden übergebe ich hierbey die alte undneue Litaney aus dem Holsteinischen Gesangbuche mitihrer Melodie und Harmonie in Partitur.

In unseren Kirchen wird, so viel ich weiss, die Lita-ney bloss von der Gemeinde, ohne Orgel, gesungen; folglichbleibt die Ausführung dieser Litaueyen nur für die Privat-Andacht, und ich habe aus dieser Ursach, der nöthigenVeränderung wegen, besondere Harmonien anbringen dürfen.

Bei der Ausführung werden beyde Chöre Sänger ineinem geraumen Sale an beyden Enden von einandergetheilt, und zwischen ihnen, in der Mitte des Saals, wirddas Fundament, oder der Grundbass, mit der Orgel, odereinem andern durchdringenden Klavierinstrumente nebsteinem Contra-Violon ausgeführt.

Bey dem Singen der Litaney in den Kirchen ist mirdas geschwinde Singen, oder vielmehr Plappern, besondersbey langen Perioden, in kurzen vorgeschriebenen Notenallezeit anstössig gewesen.

Ein Busslied in gemeiner Noth erfordert durchaus einlangsames Tempo in gut ausgehaltenen Noten; ich bindeswegen bey dieser Arbeit, so viel als möglich, von derVorschrift abgegangen, und habe statt der kurzen Notenlangsame genommen und Ruhezeichen da angebracht, wosie die Sänger nöthig haben, ohne,den Verstand zu zer-reissen. Wenn die Declamation zuweilen kurze Noten er-forderte, so habe ich sie beibehalten, zumal wenn dasIntervall zu oft auf einander folgte. Langsame Noten undimmer dieselben, ohne Ruhe zeichen, würden alsdannwidrig klingen.

Ueberhaupt ist ein sehr langsames Tempo nöthig, theilsum das Plappern zu vermeiden, theils um die häufigen

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