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1 (1868)
Seite
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Art der Composition und dem Verdienste Bach's um dasdeutsche Lied ist unverkennbar.

G. Sebastian Bach's vierstimmige Choräle.

Während auf solche Art Emanuel Bach sich in einewahrhafte Fluth von Ciavier-, Instrumental- und Gesangs-Saehen vertieft hatte, arbeitete er gleichzeitig an eineranderen Aufgabe, deren Betrachtung den aufmerksamenBeobachter aus dem glanzvollen breiten Strome, in demder Meister sich zu Berlin bewegte, in die stillen Räumedes Cantorats der Thomas-Schule zu Leipzig zurückversetzt,in denen der ernste und grosse Sinn seines Vaters so langeJahre zur Ehre Gottes gearbeitet hatte. Sei es dass diereligiöse Innigkeit der Gellert'schen Lieder, deren Com-position er in den 12 Nachtrags-Oden so eben beendethatte, dazu beigetragen haben mochte, seinen Blick demKirchenliede wieder mehr zuzuwenden, sei es dass diebuchhändlerische Speculation, die sich der vierstimmigenChoräle seines Vaters bemächtigt hatte, ihn veranlasste,die Herausgabe derselben in die Hand zu nehmen: gewissist, dass er dem Andenken seines Vaters kein ehrenvolleresDenkmal errichten, seinem eigenen Künstlernamen keineerhöhtere Bedeutung hätte schaffen können, als durch eineArbeit, welche der Nachwelt den in jenen Chorälen nieder-gelegten Schatz von frömmer Gesinnung und von harmo-nischem Reichthum zugänglich machen sollte. Ueber derenWichtigkeit und inneren Werth ist an dem geeigneten Orte 1 )ausführlich gesprochen worden. Ohne Emanuel Bach'ssorgfältige Bearbeitung würde diese Sammlung zahlreicherund bewundernswerther Meisterwerke wohl kaum andersals unvollständig und zumeist in verstümmelter Gestaltvorhanden sein.

Der erste Theil, 100 Choräle enthaltend, erschien im

i) Seb. Bach. Th. II. S. 92 ff.