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Reinhardt rief, bei der Ankündigung- des Werks 1 )für seine Zeit vielleicht mit vollem Rechte aus: „Könnteicli je das Heilig so meisterhaft ausführen hören, als esgearbeitet ist! Aber das wird's bei unsern Sängern undGeigern und Pfeifern nie! In mehr als in einer grossenStadt hab' ich's schon aufführen hören. Aber ich raussgestehen, dass ich noch nicht einmal eine Idee davonhätte, wäre mir nicht die Partitur zu Gesicht gekommen!
f) Die Litaneien.
Ob die Litaneien in strengerem Sinn zu den Kirchen-musiken gezählt werden können, möchte zweifelhaft sein.Doch ist der vorliegenden Bearbeitung ein kirchlich-litur-gischer Charakter nicht abzusprechen. Sie erschienen unterdem Titel:
Zwei Litaneien aus dem Schleswig-Holsteini-schen Gesangbuche mit ihren bekannten Melodienfür acht Singstimmen in zwey Chören und demdazu gehörigen Fundament; in Partitur gesetztund zum Nutzen und Vergnügen Lehrbegierigerin der Harmonie bearbeitet.
Dies merkwürdige Werk ist im Jahre 1785 entstandenund im folgenden Jahre von Niels Schiörring in Kopen-hagen herausgegeben worden.
Man begegnet in dieser Compositum dem 71jährigenMeister auf den Pfaden seines grossen Vaters. Wie diesereinen Theil seiner vorzüglichsten Werke „zum Nutzenund Gebrauch Lehrbegieriger," also für den Unter-richt geschrieben hatte, so hat Em. Bach, der Sohn, „hier„zum Nutzen und Vergnügen Lehrbegieriger" eineFluth von harmonischen Combinationen entfaltet, wie solche
pete befindet, die eine der prächtigsten und feierlichsten in ihrerArt ist." (Wahrscheinlich die Bass-Arie aus der Prediger-Einführungs-Musik: siehe S. 2G8. „Schon hör' ich die Posaunen schallen.")!) Kunst-Magazin Bd. I. (1782.) S. 81. 85.