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1 (1868)
Seite
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b) die Passions-Musiken

deren er nicht, weniger als ein und zwanzig, d. Ii. injedem Jahre seines Aufenthalts zu Hamburg eine ge-schrieben hat. Man würde Unrecht thun, wenn mandiese mit stehender Regelmässigkeit in .ununterbroche-nem Turnus jeden der vier Evangelisten 5 mal durch-arbeitenden Musikwerke mit jenen grossen religiösenGebilden vergleichen wollte, welche Seb. Bach in seinerMatthäus- und Johannes-Passion hinterlassen hat. Zu derstolzen Höhe dieser Werke streben sie in keinem einzigenihrer Theile an. Aber so schwer es gewesen sein würdejene Höhe zu erreichen, so wäre es doch wohl des Sohneswürdig gewesen, dahin zu streben, dass er den ungeheurenFortschritt, den sein grosser Vater in jenen Werken fürdie religiöse Oratorien-Musik herbeigeführt, durch die ei-serne eigne schöpferische Tlüitigkeit gewissermassen auf denCulminationspunkt ihrer Bedeutung erhoben hatte, festzu-halten versucht hätte. Davon findet man in diesen Ora-torien -ebenso wenig, als ein Fortschreiten auf der Bahndes Messias oder des Todes Jesu.

Im Ganzen ist von diesen Passions-Musiken wenig aufuns gekommen. Was man von ihnen im Original kennt,sind nicht eigentlich durchgearbeitete Partituren, sondernvielmehr schematische Andeutungen, welche meist nurwenige Blätter enthalten, und kaum für etwas Anderes zuerachten sind, als für eine Art ausgedehnter Notizzettel fin-den Dirigenten, in denen sehr Vieles, oft das Meiste alsbekannt vorausgesetzt und nur Weniges in bestimmter Formniedergelegt war. Vielleicht hatten sie die Bestimmung,von zuverlässigen und geübten Copisten zu eigentlichenPartituren zusammengestellt resp. umgeschrieben zu werden.Freilich würde es dann immerhin merkwürdig genug sein,dass eine wirkliche und vollständige Partitur von keinemeinzigen jener zahlreichen Werke auf uns gekommen ist.Doch lässt sich aus dem Vorhandenen ein hinreichendsicheres Bild von dem zusammentragen, Avas in diesen