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1 (1868)
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der «ilten und der neueren Kunstschule, die sicli vorzube-reiten begann, zu bilden, diese Aufgabe nicht erfüllt hatSo bedeutend er nach vielen Richtungen hin dasteht, sohat er grade in dem wichtigsten Punkte der modernenKunstentwickelung, in der Orchesterbehandlung, insbe-vsondere in der Verwendung der Instrumente zu dem Gesänge,so wenig geleistet, dass man den von ihm bewirkten Fort-sehritt nur für unerheblich erachten kann.

Aehnliches ist von ihm in .Bezug auf die Behandlungder Arie zu sagen. Sebastian Bach und Händel hattenihrerseits wohl an der alten, von Scarlatti herrührendendreitheiligen Form festgehalten. Aber ihre Arien, so sehrsie hie und da veraltet erscheinen mögen, waren doch nichtbloss formell gegliederte Gesangsstücke, sondern ihremgeistigen Inhalt nach mit den Werken, denen sie ange-hörten, eng verwachsen. Bach, der Vater, hat auch keinenAugenblick geschwankt, überall, wo er dem Zuhörer mitnoch grösserer Unmittelbarkeit näher zu treten gewillt war,sich seine eigne Form zu schaffen, Avie er sie dem beab-sichtigten Ausdrucke am angemessensten fand.

Auch Händel ging a r on der alten Form mit kühnemGeiste oft genug ab, oder legte doch in besonders hervor-tretenden Fällen in den Gesang so Avie in die überall beiihm höchst charakteristische Begleitung eine Kraft undFülle des Ausdrucks, welche die schablonenmässige Form,aa t o diese beibehalten Avar, leicht vergessen liess.

Bei Graun finden wir dies nicht. Aber seine Ariensind Meisterstücke, theils a r on fliessend sangbarer Melodie,theils von schwungvoller Pracht.

Einanuel Bach's Arien dagegen sind die Stiefkinderseiner Muse. So vielen Raum er ihnen Avidmet, so zartund gesangvoll mitunter die Melodie, so glücklich die Mo-dulation, hie und da selbst die orchestralen Effecte sind, soerkennt man doch in ihrer sich fast immer Aviederholendengleichmässigen Darstellungsweise, in der vorherrschendenInteresselosigkeit der Gedanken und in dem übenviegend