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zu wirken bemüht gewesen war, und dass er, ein Contra-punktist ersten Ranges und dazu ein wie Wenige frucht-barer Tonsetzer, eine grosse Menge vortrefflicher Arbeitenfür die dortigen Kirchen geschrieben hat. Diese habensich noch während der Zeit Bach's dort erhalten und sindmehrfach von diesem aufgeführt worden 1 ). Sie waren inder Weise der Kirchenmusiken der alten Schule gesetztund verläugneten den polyphonen Styl nicht. Ihre, so wiedie wiederholte Aufführung von Cantaten Wilhelm Frie-demann's und des alten Grossoheims Johann ChristophBach, des grossen Oontrapunktisten aus Eisenach, in denKirchen Hamburgs zeigt, dass dort auch die ernste Rich-tung in der Kunst nicht ohne Anklang geblieben war, unddass Bach dies wohl zu schätzen wusste.
i) Die in der K. Bibliothek zu Berlin befindlichen Originalieneiner grossen Zahl von Kirchen-Cantaten aus der Feder Telemann'ssind vielfach mit eigenhändigen Bemerkungen und Aufschriften vonC. Ph. E. Bach versehen, und zwar in Stimmen und Partitur. Darausergiebt sich, dass sie von ihm aufgeführt worden sind. Unter ihnenbefindet sich, was der Merkwürdigkeit wegen hier mitgetheilt werdenmag, eine Cantate „Auf's Dankfest wegen des Sieges beiLowositz, den 1. Febr. 1756." „Auch wegen des Sieges beiFreiberg, p. Tr. Dom. XXII. 1762" woraus sich ergiebt, in wiehohem Grade das Hamburg des vorigen Jahrhunderts den grossenKönig von Preussen und seine Siege feierte und verehrte. DieseCantate enthält einen im polyphonen Styl gesetzten Chor mit Fuge:Hallelujah, Amen, in welchen mit dem Geschmetter der Trompetenund Pauken der Satz: Alles was Odem hat, lobe den Herrn!eingeflochten ist, ferner drei Choräle, ein Duett und zwei Arien. Sieist, abgesehen von ihrer musikalischen Bedeutung ein werthvollerhistorischer Beitrag zur Benrtheilung der Geschichte Friedrich'sdes Grossen.
Telemann's Kirchen - Cantaten enthielten meist einen im poly-phonen Styl gesetzten Chor, eine oder zwei Arien mit dazu gehörigenRecitativen und einen im einfach 4 - stimmigen Satze geschriebenenChoral.
Sein „ harmonischer Gottesdienst" (Hamburg, 1725) dagegenenthält nur Cantaten ohne Choral und Chor, aus Recitativen undArien bestehend, die über bezifferten Bass und mit Begleitung voneinem oder zwei Instrumenten gesetzt sind.