Pauken nicht fehlen. Man liest in den damaligen Blätternbeispielsweise als öffentliche Ankündigungen'): „Am bevor-stehenden 25. Sonntage nach Trinitatis wird zu St. Catha-rinen wegen Einführung eines Leichnams-Geschwornen dieMusik, statt Vormittags, des Nachmittags mit Paukenund Trompeten und voller Besetzung aller Instrumenteaufgeführt werden." Und ferner: „Am morgenden Neujahrs-tage (1769) wie auch heut in der Vesper wird von demHerrn Kapellmeister Bach in der St. Oatharinen-Kirche einevortreffliche Musik unter Pauken und Trompeten aufge-führt werden. Der Text dazu etc." Konnte und durfteaber diese äussefliche Richtung dazu führen, den der Kunstgeweihten Theil des Gottesdienstes nur als etwas reinAeusserliches zu behandeln? Waren die Kirchen-GemeindenHamburgs, deren musikalische Führung solange in Tele-mann's Händen gelegen hatte, so entartet, dass sie beidem Vorhandensein zureichender äusserer Mittel nichtder Fortbildung, der Erhebung zu einem höheren Gradevon Auffassung fähig gewesen wären? Wenn man sieht,dass dieselben, um vor und nach der Früh-Predigt einPassions-Oratorium zu hören, des Morgens schon um 7 Uhrzur Kirche wandern, so ist dies billig zu bezweifeln 1 ).Auch weiss man ja, dass Telemann durch seinen „har-monischen Gottesdienst" (Hamburg, 1725) in ernsterer Weise
1) Hamb. Unparth. Correspondent. 1768. No. 183 u. 210.
Auch die Gemeinnützigen Hamburger Anzeigen von 1777. Stk. 13.enthalten eine ähnliche Nachricht für das Publikum:
„Am 1. Februar ist zu St. Nicolai Musikalische Vesper, und denTag darauf Vormittag Musik daselbst. Nachmittags aber wird zuSt. Catharinen bei voller Musik mit Trompeten und Pauken in einemanderen Stücke der neu erwählte Herr Leichen-Geschworne einge-führt."
2 ) Hamb. Unparth. Correspondent, 1771. No. 44. „Am nächst-kommenden Freitag, als den 28. März wird das Passions-Oratorium:„Seeliges Erwägen" betitelt, in der heil. Geist-Kirche, in voller Musik,vor und nach der Predigt aufgeführt werden. Der Anfang ist desMorgens 7 Uhr.