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in dieser Beziehung wohl auf seine 21 Passions - Musikenverwiesen werden. Wenn irgendwo, so wären hier Ernstund Tiefe in Auffassung und Durchführung an ihrer Stellegewesen. Man findet dessen aber nur wenig darin. Auchdie zahlreichen Einfiihruugs-Musiken für Prediger, welchedocli als nichts anderes denn als eine Art ausgedehnterKirchen-Cantaten betrachtet werden können, stehen aufeinem ähnlichen Standpunkt.

So viel Schönes im Uebrigen in seinen einzelnenKirche n-Chören lag, ein Ganzes und Befriedigendes hat ernur in dem überaus grossartigenHeilig" gegeben. AllesAndere war Stückwerk, Einzelheit, bestimmt, hie und daeinem Conglomerat verschiedener Musikstücke, welche zumTheil von verschiedenen Tonsetzern herrührten, für irgendeinen kirchlichen Zweck einverleibt zu werden.

Wie in der Behandlung des Allgemeinen, so findetman auch im Einzelnen den gleichen Mangel an ernstemSchaffen wieder. Nicht allein der Styl im Grossen undGanzen ist es, der sich von dem kirchlichen Grundton, dener erfordert hätte, entfernt. Auch die Einzelheiten, aufdenen er beruht, bezeugen eine gewisse Oberflächlichkeit,eine Art von Schematismus, die sich mit dem Ernst undder Tiefe kirchlicher Gedanken und Stimmungen nichtverträgt.

Das Orchester in Bach's Kirchensachen ist dürftig.Zu eigentlichen Orchester-Sinfonien oder Ouvertüren,wie wir sie bei Sebastian Bach und Händel so oft finden,und wie sie auch Friede mann Bach mehrfach gesetzthat, versteigt er sicli nicht.

An gewissen Aeusserlichkeiten lässt er es nicht fehlen.Die Trompeten und Pauken werden nicht geschont. IhreVerwendung hört gewissermassen auf, Mittel zu sein, undwird Selbstzweck. Die Musik mit dem äusseren Lärm undGlanz, den diese Instrumente herbeiführen, wurde freilichvon der Kirchen-Gemeinde verlangt. Selbst bei der Ein-führung von Leichen-Geschwörnen durften Trompeten und