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Studium und nicht geringe persönliche Uebenvindung ge-kostet hat.
Wie es keineswegs ein blosser Zufall war, dass dieMusik der evangelischen Kirche in Deutschland sich sogestaltet hatte, wie sie im Laufe des vorigen Jahrhundertsgestaltet war, und wie es auch keineswegs als eine blosszufällige Erscheinung betrachtet werden darf, dass sie beidem Eintritt jener grossen Musikperiode, die das Endedieses Jahrhunderts heraufführte, im Wesentlichen dieselbeblieb und auch bis jetzt geblieben ist: so war es auchkein Zufall, sondern eine innere Nothwendigkeit, dassEmanuel Bach andre Wege beschritt als seine Vorgänger.Für ihn war die Kirchenmusik eine Pflichterfüllung, derer gewissenhaft oblag, indem er componirte, einstudirte,dirigirte. Er hat es an nichts von allem dem fehlen lassen,was die in der Kirche versammelte Gemeinde von demRitus des Gottesdienstes und der hergebrachten Aus-schmückung desselben durch die Musik in Anspruch zunehmen hatte. Aber seine künstlerische Neigung folgteanderen Bahnen. Fehlte es ihm für das Schaffen wirk-licher Kirchenmusiken an dem Ernst, den die Aufgabe er-fordert hätte? Bcsass er die Tiefe und Hingebung nicht,die der kirchliche Dienst verlangen durfte? Hielt er diekünstlerische Durcharbeitung, zu der er sich hätte ver-pflichtet erachten müssen, für kein Gebot der Nothwendig-keit? Glaubte er, mit einfacheren geringeren Mittelndieselbe Wirkung erreichen zu können, welche die ernsteArbeit herbeigeführt haben würde? Oder war es ihm, derin allen seinen künstlerischen Bestrebungen ein so grossesGewicht auf die Stimme des Publikums, auf den besonderenErfolg des Augenblicks legte, nur darum zu thun, diesenzu gewinnen?
Seine Kirchenstücke, die auf alle diese Fragen Antwortzu geben haben, machen in der grossen Mehrzahl den Ein-druck, als 'ob sie für ein nur oberflächlich auffassendesPublikum flüchtig und schnell hingeworfen seien. Es darf