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sieht und den Schulz der Stadt-Behörden gestellt 1 ) worden,ganz ähnlich wie die Leipziger Thomas-Schule um dieselbeZeit (1531) aus dem ehemaligen Thomas-Kloster hervor-gegangen war.
Als Bach in sein Amt trat, galt am Johanneum imWesentlichen noch die revidirte Schulordnung vom 30. April163-4, der gemäss der Rector und Conrector allein in Prima,der Subrector und Cantor allein in Secunda unterrichtensollten. Dies und der Umstand, dass in die letztere Stellegrundsätzlich nur studirte Personen berufen wurden, er-giebt, dass ihr Inhaber ursprünglich zur Theilnahme andem wissenschaftlichen Unterrichte bestimmt war. ImGanzen hatte früher das Lehrer-Personal der Anstalt nuraus dem Rector, Conrector, Subrector, Cantor und aus vierPädagogen bestanden. Im Jahre 1635 waren indess dreineue Lehrer hinzugetreten und das Institut in acht Classengetheilt worden. So fand es Bach bei seinem Eintritt vor.
Die Besoldungen waren sehr gering; denn es erhieltender Rector nicht mehr als jährlich 1000 Mark 2 ), der Con-rector 800 Mark, der Subrector 700 Mark, der Cantor600 Mark, jeder der übrigen Lehrer gleichfalls 600, derSchreibelehrer aber nur 400 Mark.
Die Schule war vielleicht in Folge mangelhafter Lei-tung durch den sehr verdienten, aber inzwischen sehr altgewordenen Rector Müller im Zurückgehen begriffen.
Der Cantor nahm seit der durch Telemann einge-führten Praxis, die diesem auch in Leipzig hatte zuge-standen werden sollen, an dem wissenschaftlichen Unter-richte in der Secunda nicht mehr Theil.
Was den Musik-Unterricht am Johanneum anlangt, sohatte schon die Schulordnung vom 15. Juni 1629 3 ) fest-gesetzt: „Die Musik soll von dem Cantor zur gehörigen
') Ausführliche Nachrichten über sämmtliche evangel. protest.Kirchen und Geistliche in Hamburg. S. 358 ff.
2 ) Hamburger Mark = 15 Sgr. 1,62 Pf.
3 ) Geschichte des Johanneum von Calemberg, S. 103.