führung dieser Arbeit ohne Emanuel Bach grosse Schwierig-keiten finden werde, vielleicht auch hatte letzterer selbsthiegegen Verwahrung eingelegt, da die Herausgabe dieserChoräle ohne eine durchaus kenntnissvolle, alle Schwierig-keiten der Form wie der Materie beherrschende Redactionnur zu einem verfehlten, das Andenken und die Würdeseines Vaters blossstellenden Resultate hätte führen müssen.Mit vollem Rechte hat er deshalb auch später gegen dieohne sein Vorwissen erfolgte Herausgabe des zweiten Theilsenergischen Protest erhoben.
Eine andere, überaus wohlthuende Bemerkung, diesich aus dieser Vorrede aufdrängt, ist die, dass EmanuelBach, der seinerseits bereits im 49. Lebensjahre stand undselbst zu einem Manne von grosser Bedeutung für dieKunst emporgewachsen war, noch 15 Jahre nach demHinscheiden seines Vaters von der tiefsten Pietät für seinAndenken und seine Arbeiten erfüllt war. Man wird balderfahren, wie schwer er durch den Verkauf der Kupfer-tafeln zur Kunst der Fuge das Andenken des grossenMeisters verletzt hat. Hier spricht sich im Gregentheil dieVerehrung für ihn nicht allein in der Anerkennung dermeisterhaften Arbeit, sondern mehr noch in der sorgsamenArt und Weise aus, wie er bemüht war, diese in Bezugauf die Ausführung vor Missverständnissen zu bewahren.Die spätere Generation weiss davon zu erzählen, dassnicht bloss „Schwachsichtige", sondern auch Männer vonhervorragender Bedeutung 1 ) den Werth und die Einrich-tung dieser Choräle gänzlich verkannt haben.
Endlich spricht sich gegen das Ende der VorredeEmanuel Bach als der wahre Sohn Sebastians aus.Die „Lehrbegierigen der Setzkunst" sollten aus diesenChorälen lernen, mehr als aus dem steifen Contrapunkt.
Welche noch so sorgsame biographische Kotizen hätten
9 C. M. v. Weber, AbtVogler und in neuester Zeit auchChrysander. Siehe Bitter, J. S. Bach. Th. II. S. 99.