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wunderung nicht versagen kann, so darf man sich darumdie Freude nicht verkümmern lassen, die in Bach's ein-facheren Tonbildern, in ihrer kindlichen Frömmigkeit, inihrem innigen Gesänge, in dem Reichthum und Adel ihrerMelodien niedergelegt ist.

Im Jahr 1764 gab Bach bei Winter in Berlin ander-weit Zwölf geistliche Oden und Lieder, als einenAnhang zu Geliert's geistlichen Oden und Liedernmit Melodie heraus.

Es liisst sich bezüglich dieses Anhangs nur alles wieder-holen, was von der Haupt-Sammlung gesagt worden ist.Alle diese Lieder, deren einige in choralartigem Charaktergesetzt sind (so der 88. Psalm:Mein Heiland, meineZuversicht; Ermunterung zur Busse: Mein Heilandnimmt die Kinder an und an Gott: Erheb' auf michDein Angesicht," stehen auf der vollen Höhe der vor-hergehenden. Einige sind von besonderer Schönheit, sodas letzte Lied (Morgengesang), dessen Dichtung von derMusik wie mit dem Rosenschimmer der aufsteigendenMorgenröthe überhaucht ist.

Geliert selbst war, wie ein Zeitgenosse berichtet 1 ),über Bach's Composition seiner Lieder entzückt. Mit Be-zug darauf schrieb er ihm:Das beste Lied ist ohne dieihm eigne Melodie ein liebendes Herz, dem seine Gattinmangelt, die seine Empfindungen beseelt, indem er dieihrigen erweckt."

Der Melodien zu den Stolberg'sehen Liedern, gleich-falls Bach's Berliner Zeit angehörig, hat der Verfasser zuseinem grossen Bedauern nicht liabhaft werden können.

Emanuel Bach's grosses Verdienst um das deutscheLied, dem er unzweifelhaft zuerst Farbe und Leben ge-geben hat, ist bisher keineswegs richtig gewürdigt worden.E. Schneider, der in dem mehrgenannten Werke insbe-

!) Siehe weiter unten die Kritik über die Cr am er'sehen Psalmenvom Jahre 1774.