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das Leben. Das natürliche Verderben: Wer bin ichvon Natur? Weihnachtslied: Das ist der Tag, denGott gemacht; Am neuen Jahr: Er ruft der Sonn';Wider den Uebermuth: Was ist mein Stand, meinGlück; Vertrauen auf Gott: Auf Gott und nicht aufmeinen Rath; Kampf derTugend: Oft klagt mein Herz.

Die Gellert'schen Lieder sind nach jener Zeit oftgenug von Neuem componirt worden, von Niemandem mitgleichem Glück und gleicher Hingabe. Das Publikum er-wies ihnen die gebührende Aufmerksamkeit. Noch beiLebzeiten Bach's, im Jahre 1784, erschien die fünfte Auf-lage 1 ). Beethoven hat etwa fünfzig Jahre später sechsLieder aus derselben Sammlung gesetzt, und zwar:

Bitten: Gott, Deine Güte reicht so weit; Liebedes Nächsten: So jemand spricht, ich liebe Gott;Vom Tode: Meine Lebenszeit verstreicht; Die EhreGottes: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes;Gottes Macht: Gott ist mein Lied; Busslied: An Dirallein, an Dir hab' ich gesündigt.

Wer kennt diese herrlichen Gesänge nicht? Wäre esnützlich, der Kunst förderlich, zwischen ihnen und denMelodien Emanuel Bach's eine Paralelle zu ziehen?Bach hat mit diesen geschaffen, was Beethoven fertigvorgefunden, mit seinem schöpferischen reichen Geiste aus-gebaut hat. Was jener mit seinen Liedern wollte, das hater in seiner Vorrede klar und bestimmt gesagt und eben-so klar und bestimmt geleistet. Beethoven hat die Auf-gabe nach seiner Besonderheit aufgefasst und seine Ge-sänge in grossem, dramatisch ausgeprägten Charakterdargestellt. Nicht häusliche Andacht, fromme Versenkungin die Aufgaben des Christenthums sollten damit gefördertwerden: sie sind für Sänger von hoher Begabung und vongrossen Stimm-Mitteln geschrieben. Wenn man ihnen Be-

P Eine Auswahl dieser Lieder ist kürzlich bei Simrock in Ber-lin herausgegeben worden.