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1 (1868)
Seite
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Mittel stellt er die lyrischen Höhepunkte in das möglichsthelle Licht und giebt den wechselnden Gemüthsstimmungen,dem Leidenschaftlichen, dem Majestätischen, dem Zarten,dem Klagenden das angemessene Colorit."

Freilich war in der Begleitung zu seinen Liedernderen harmonische Ausfüllung ebenso wenig gegeben, alsin seinen Sonaten. Diese muss vielmehr hinzugesetzt werden,wie dies auch dort geschehen muss. Er war zu sehrgewohnt, vieles als selbstverständlich vorauszusetzen,was wir jetzt schwarz auf Aveiss vor uns zu sehen ver-langen, als dass er da, avo in der Harmonie an sich nichtmehr gefehlt werden konnte, diese in ihrer ganzen Voll-ständigkeit geben zu müssen geglaubt hätte. Man darfdiesen Umstand bei der Beurtheilung dieser Lieder nichtübersehen, Avcil die Begleitung sonst magerer und dünnererscheint, als dies sein darf und als es bei der Vollstimmig-keit, mit der die alte Schule vermöge des Accompagnementsselbst ihre einfachsten Stücke zu hören gewohnt Avar, ge-meint sein konnte.

Was die Manieren betrifft, so bestehen diese meistensin den Vorhalten, hie und da in Melismen. Auch indieser Hinsicht Avar früher das Meiste den Sängern über-lassen geA\ r eseu. In der Oper wurde der Missbrauch denman mit der Verzierung der Arien trieb, noch lange fort-geschleppt. Für das Ciavier hatte Sebastian Bach zu-erst die Manieren, Avelche er für zulässig oder notliwendighielt, nicht ohne heftigen Widerspruch zu finden, vorge-schrieben. In dem einfachen Liede war freilich der Spiel-raum für Verzierungen geringer als in der Arie und inanderen Tonstücken. Um so störender konnte deren un-passende Anwendung werden.

Die Melismen Avurden im vorigen Jahrhundert alsder wahre und höchste Schmuck für Arie und Lied ange-sehen. Noch Nägeli sagt von ihnen 1 ):Jedes gut ange-

!) Leipz. Allg. Mus.-Z. Jahrg. 19. S. 764.