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und Gediegenheit auftrat. Der geistliche Stand, das höhereund niedere Bürgerthum, derjenige Theil des Adels, dervon der religiösen Zerfahrenheit der Zeit unberührt ge-bliehen war, standen zu diesen Dichtungen in einem un-mittelbaren Verständniss, drangen mit Lebhaftigkeit inderen inneren Kern ein. Der Antheil, den sie an der geist-lichen Liederpoesie zu nehmen begannen, wirkte auf denAdel und die Fruchtbarkeit der dahin gerichteten Be-strebungen zurück, in denen Geliert, die Stolberg,Klopstoek, Gramer, Münter, Sturm und Andere mitso vieler Liebe und Begeisterung thätig waren.
Von diesem Gesichtspunkt aus muss man das Er-scheinen der geistlichen Lieder Geliert's betrachten. DieAllgemeinheit der in ihnen niedergelegten Poesie, ihretiefe Innerlichkeit und fromme Zuversicht, ihre jedemchristlichen Herzen gleich zugängliche Stimmung hebensie, mancher einseitigen, zum Theil hyperorthodoxen Seitenungeachtet über die Vergänglichkeit des hin- und her-schwankenden Modegeschmacks hinaus, dem so viele ihrerweltlichen Zeitgenossen zum Opfer fallen mussten.
Bach war es, der sich ihrer, der erste in seiner Zeit,mit richtigem Blicke bemächtigt hat. Durch die Musikgeschmückt, verschönt, wollte er sie in noch weitere Kreisehineintragen. Dass er so handelte, zeugt von seiner grossenBegabung für den künstlerischen Fortschritt. Was er indiesem ersten Ergreifen eines ganz neuen Kunstzweigesgeleistet hat, stellt ihn in die Reihe der grossen Erschei-nungen, durch welche die Kunstgeschichte in ihrer stetigenEntwickelung gefördert worden ist. Der Dank, den dieNachwelt grossen Männern verschuldet, bemisst sich nichtnach der Frage: Ob, wenn sie nicht gewesen wären, irgendein anderer an ihrer Stelle das Nämliche geleistet habenwürde? Ihre Anerkennung bindet sich an Thatsachen undnicht an Voraussetzungen.
Gern mag zugegeben werden, was eine spätere Zeit
Bitter, Emanuel und Friedemann Bach. IQ