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1 (1868)
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das Lied zu legen. Aber es waren eben vor Allem dieDichtungen, welche fehlten.

Wohl hätte die schöne Rückwirkung, welche die zurßlüthe aufschwellende Volkspoesie auf die musikalischeBehandlung dieser Kunstform hätte ausüben können, derinnere Zusammenhang zwischen beiden schon früher er-kennbar werden sollen, jener Volkspoesie, mit der Bürger,Hagedorn, Gleim, Herder, Claudius, Hölty, Uz,Voss, Overbeck und Andere das deutsche Publikum zubeschenken begonnen hatten. Ihre Gedichte waren mit Be-gierde und Beifall aufgenommen, gelesen, gelernt, gesungenworden. Aber diese Lieder selbst gehörten noch ihrerZeit an. So viel Schönes, Anregendes sie boten, es fehlteihnen das Eine, das ihrer Verwendbarkeit für die Musiknothwendig war: die Allgemeinheit des poetischen Gehalts,der auf Alle gleichmässig wirken konnte, aber auch zu-gleich dahin drängte, der darauf verwendeten Musik denStempel innerlicher Besonderheit zu verleihen. Die Zeit,von der hier die Rede ist, war eben noch eine nach Stän-den und Vorurtheilen vielfach zerklüftete, auf dem Gebieteder inneren Bildung und der socialen Stellung zahlreicheAbstufungen und Trennungen zeigend. Und dies sprachsich theils in dem Gehalt der Lieder, theils in der Artund Weise aus, wie diese von den verschiedenen Klassen,auf die sie zu wirken bestimmt waren oder überhauptwirken konnten, aufgenommen wurden. Jeder Stand suchtesich aus der neu aufsprossenden Poesie jener Tage einzelnheraus, was ihm zusagte.

Konnte da die Musik, welche den Inhalt verallge-meinern sollte, anders als nur ganz oberflächlich verfahren?Konnte sie gleichzeitig die Melodie und deren harmonischeUnterlage für ein Publikum individualisiren, das sie zumeinen Theil nicht verstanden, zum anderen Theile nichtgemocht haben würde?

Anders stand es mit dem geistlichen Liede, das inder zweiten Hälfte des Jahrhunderts in grösserer Reife