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erste Klasse gehören meine Versuche, und kein Paragraph ist für sieüberflüssig. Aus den Beiträgen zu meinen Lehrbüchern, welche künftigerscheinen werden, wird man sehen, dass ich nichts Ucberfiiissigessondern noch nicht alles gesagt habe. Ein Lehrmeister rauss alleswissen, was in meinen Versuchen stehet, und so viele Geschicklich-keit haben, diejenige Art und Ordnung des Vortrags zu wählen,welche der Person, die er unterrichtet, am zuträglichsten ist. DieFeinigkeiten bleiben zuletzt, so wie ich in der einen Vorrede ange-führt habe. Ohne Geduld und Zeit lässt sich nichts Gründlicheslernen. Das Clavierspiel ist keine sehr compendiöse Sache, und darfes auch nicht sein, wenn man gründlich verfahren will. Was sollich aber von denjenigen unrichtigen Lehrbüchern sagen, die bei ihrervorgegebenen Kürze beinahe eben so weitläufig sind, als die meinigen?Für die Liebhaber der zweiten Klasse gehört eigentlich, und wennes der Lehrmeister über sein Gewissen bringen kann, gar kein Lehr-buch, sondern man verfährt so, wie ich vor diesem zuweilen, zwarsehr ungerne, doch aus Notb; nämlich, ich schrieb vor jeder Stundedie Lection auf, die ich geben wollte, und beschäftigte mich blossmit den nütliigsten Grundregeln. Die Feinigkeiten und Sitze derManieren, die Feinigkeiten im Accompagnement, das getheilte Accom-pagnement u. s. w. musste wegbleiben, man verlangte es auch nicht;bei allem dem durfte der Schüler keinen einzigen falschen Griff thun,dergleichen viele in manchem Lehrbuche zur Annehmnng vorgeschriebensind. Wenn der Scholar in seiner Art fertig war, so fand sich's, dass derganze aufgeschriebene Unterricht, ohne Exempel und dem musikalischenA. B. C., welches jeder Dorfschulmeister eben so gut lehren kann,wie der grüsste Künstler, und welches also zum Voraus gesetzt wird,ungefähr einen halben Bogen Papier vollfiillete. Man siehet alsodeutlich, dass eine Verkürzung eines Lehrbuches für's Ciavier zurgründlichen Erlernung desselben allezeit eher schaden als nutzen kann,wenn diese Verkürzung auch sonst keine Unrichtigkeiten hätte. Alledie Herren Compendionsclireiber, die ich kenne, haben in gewissemVerstände zu wenig, und in gewissem Verstände zu viel, und wasdas Schlimmste ist, in aller Relation ein Haufen Unrichtiges gesagt.Was für erbärmliches Zeug trifft man nicht bei einigen an! Die Ur-sache davon ist diese: Nach den Büchern zu urtheilen, haben ihreVerfasser nie die Composition gelernet, welche sie doch schlechter-dings wissen müssen, um vom Accompagnement richtig schreiben zukönnen. Die Lehre hievon enthält nicht allein die Grundregeln derComposition, sondern sie hat auch einen starken Einfluss in die tiefereEinsicht derselben. Mit einem Worte: man kann zu einem Lehrbuchvom Ciavierspielen, und besonders vom Accompagnement, kein Ver-trauen fassen, wenn der Autor davon sich nicht vorher durch richtigeAusarbeitungen bekannt und würdig gemacht hat, ihn für einengründlichen Componisten zu halten.

Hamburg, den 11. Januar 1773. C. P. E. Bach. 1 '