Druckschrift 
1 (1868)
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

P ;C j MWMBW' ' 1 1 ' NM jl

mi

II

74

Verehrung für die ausgezeichneten Ciavierspieler unsererZeit wird man doch anerkennen müssen, dass die deutscheCiavier-Schule des vorigen Jahrhunderts (von D. Scar-latti 'zu schweigen) in Sebastian, Friedemann undEmanuel Bach und in Händel ihrer Zeit Männer auf-zuweisen hatte, von denen jeder einzelne wohl im Standegewesen sein würde, der neueren Technik die Spitze zubieten. Aber selbst die weniger hervorragenden Ciavier-spieler des vorigen Jahrhunderts hätten die durch dieharmonische Ausfüllung in den Accorden vervollständigtenSonaten Bach's sehr wohl spielen können, zumal sie jameist diese Ausfüllung hinzuzusetzen vermochten, ohnedass sie vorgeschrieben gewesen wäre.

Unzweifelhaft kommen in Bach's Sonaten Sätze vor,bei denen eine weitere als die angegebene Begleitungs-harmonie nicht erforderlich ist. Es giebt auch dergleichen,in denen wirklich die Arbeit in zweistimmigem Satze vor-liegt. Doch darf man nicht ausser Acht lassen, dass solcheStücke kaum anders als ausnahmsweise vorkommen. Gradebei den langsamen Sätzen findet man nicht selten Stollen,die eine Ausfüllung ganz unbedingt fordern. Als einesolche ist beispielsweise der Schluss des sonst durchwegdreistimmigen Andante der 1. Sonate der 1. Fortsetzungder Reprisen-Sonaten zu bezeichnen:

E z$==ß-,~

czif-i-