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Man kann hierbei sehr wohldie Hand verschonen,die den herrschenden Gesang führt." Dem melodi-schen Charakter des Stücks thut die vollere Begleitung sowenig Schaden als dem gesangsreichen Vortrag.

Freilich sagt Bach in seiner Selbstbiographie'): MeinHauptstudium ist besonders in den letzton Jahren(vor 1773) dahin gerichtet gewesen, auf dem Ciavier,ohngcachtet des Mangels an Aushaltung, sovielmöglich sangbar zu spielen und dafür zu setzen.Es ist diese Sache nicht so gar leicht, wenn mandas Ohr nicht zu leer lassen trnd die edle Einfaltdes Gesanges durch zu vieles Geräusch nichtverderben will." Iiiemit hat er aber nicht die harmo-nische Ausfüllung der Tonstücke, wo sie zum Verständnissund zur Eingänglichkeit von Melodie, Modulation und Satznothwendig ist, ausgeschlossen wissen wollen. Er hatdabei vielmehr den Gegensatz seiner neueren Schreibartgegen den polyphonen Styl gemeint, bei dem das Ohrnicht leer blieb, bei welchem aber die Melodie oft genugdurch die Verschlingungen des kunstreichen Satzes unddurch die die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmendenToncombinationen und Mittelstimmen in den Hintergrundgedrängt wurde. Er wollte eben, dass das Ohr nichtleer gelassen und nur der Gesang der Melodie nichtdurch zu viel Tonwerk verdeckt werde.

Wäre Bach's oft harmonielose Begleitung nur des-halb so aufgesetzt, wie man sie bei ihm findet, weilzu seiner Zeit die Technik des Ciavierspiels für einegrössere Harmonicnfüllo nicht genug fortgeschritten ge-wesen sei: so läge hierin wahrlich kein Grund, jetzt,wo dieser Umstand nicht mehr maassgebend sein kann,den offenbaren Mangel aufrecht zu erhalten, der in derleeren Schreibart mancher Sonaten liegt. Aber dieseganze Voraussetzung trifft nicht zu. Denn bei aller hohen

!) Burney, Musik. Keisen. Th. III. S. 209.