Cembalist war gleichfalls berufen, Friedrich II. in seinenKammerconcerten zu accompagniren. Später fand ein regel-mässiger Wechsel von 4 zu 4 Wochen zwischen den beidenCembalisten statt. Zu Anfang der Regierung des Königsscheint der zweite Cembalist nur in Abwesenlieits- oderKrankheitsfällen ß ach 's eingetreten zu sein, da Fried-rich, an dessen Begleitung gewöhnt, ihn ungern vermisste.Vom Jahre 1754 ab war die zweite Cembalistenstelle durchjfichelmann, einen der späteren Schüler SebastianBach's besetzt.
Bis zum Jahre 1742 bestand die Kapelle des Königsaus 2 Flügeln, 12 Violinen, 4 Violen, 4 Violoncellis, 3Contra-Violons, 4 Flöten, 2 Bassons, 2 Waldhörnern, 41 r.'uitböis, 1 Theorbe und 1 Harfe, zusammen 39 Personen.Marpurg 1 ) führt als Kapellisten des Königs im Jahre 1755,also 15 Jahre nach Bach's Anstellung, im Ganzen 42 Per-sonen auf, unter denen sich ausser dem Kapellmeister, demConcertmeister und den beiden genannten Cembalisten14 Violinisten, 3 Bratschisten, 6 Violoncellisten und Contra-Bassisten, 3 Oboisten, 1 Theorbenspieler, 4 Flötisten, 2 Wald-hornisten, 2 Fagottisten und 1 Harfenist befunden haben,zu denen unter Anderen noch immer zwei Gebrüder Beiida,Agricola, (als Kammer-Componist) Hock und Mara ge-hörten.
Im Frühjahr 1756 zog sich Nichelmann, indem erseine Entlassung nahm, aus der Kapelle des Königs zurück.An seine Stelle wurde auf Franz Ben da's Vorschlag derdamals 20jährige Carl Friedrich Christian Fascli be-rufen. Dessen Vater, Fürstlich Anhalt-Zerbstscher Kapell-meister, ein nahezu 70jähriger Greis, war dieser Berufungzunächst sehr entgegen. Er hatte den Wunsch, seine eigeneStelle von seinem einzigen geliebten Sohne übernommen zusehen. Zudem war es für ihn ein empörender Gedanke, diesenSohn an einem, wie er glaubte, irreligiösen Hofe zu wissen,
!) Historisch-kritische Beiträge. Bd. 1. S. 76,