Jugend manche Instrumente verkehrt getrieben habe. Viel-leicht war dieser Umstand die Veranlassung, dass der Vaterihm nicht auch wie dem älteren Friedemann Unterrichtauf der Violine geben Hess. Dass er aber oben nur dasCiavier erlernt hatte, ist in jedem Falle für die Betrach-tung des Entwickclungsganges, den sein Leben genommenhat, von nicht geringer Wichtigkeit. Denn dadurch, dassdieses Instrument das einzige war, mit dessen Ucbung ersich zu beschäftigen hatte, ist er offenbar darauf hingeleitetworden, dasselbe auch für die Compositum als sein Haupt-Instrument zu betrachten.
Hilgcnfeld sagt von ihm 1 ) (es ist nicht bekannt,auf Grund welcher Thatsachen): „Sein Vater widmeteihn den Wissenschaften. Musik sollte er nur zu seiner
Freude lernen Aber durch den Unterricht, den er
von seinem Vater erhielt, so wie durch den fortwährendenUmgang mit Künstlern, die seines Vaters Haus besuchten,hatte er die beste Gelegenheit, sich mit Allem, was zurMusik gehört, gründlich bekannt zu machen und seinenGeschmack auszubilden, sich aber auch mit den ver-schiedenartigen Richtungen desselben vertraut zu machen.So wurde aus ihm ein gründlicher Musiker und muster-hafter eleganter Clavierspieler."
Auch Rochlitz spricht Aehnliches von ihm aus' 2 ).
Hiernach wäre es wesentlich dem Zufall zuzuschreibengewesen, dass Emanuel Bach Musiker geworden.
Dies ist indess schwer zu glauben. Dass SebastianBach, dem die möglichst sorgfältige Erziehung seinerKinder sehr am Herzen lag, ihm eine wissenschaftlichgründliche Bildung zu Theil werden und ihn später dieKochte hat studiren lassen, berechtigt an und für sich zudieser Annahme nicht. Denn auch Friedemann, derunzweifelhaft für die Musik bestimmt war, dessen ganze
1 ) J. S. Bach. S. 10.
2 ) Für Freunde der Tonkunst. Bd. I. 278.