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3 (1893) Vom Jahre 1879-1893
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Am 23. Juni besuchte uns Rudolf Koch aus Neinstedtwieder und verlobte sich am 25. d. M. mit meiner SchwesterWilhelmine. Dieses frohe Ereigniß feierten wir im engstenFamilienkreise. Am folgenden Tage reiste Rudolf wiedernach Neinstedt zurück.

Am 7. Juli traten Vater und ich eine mehrtägigeReise nach Neinstedt an. Am 8. wurde daselbst dasJahresfest in der herkömmlichen Weise gefeiert. Wirnahmen am heiligen Abendmahl Theil und wohnten derfeierlichen Grundsteinlegung der Anstaltskirche bei. Amfolgenden Tage machten wir einen Ausflug in das herrlicheBodethal, bestiegen die Roßtrappe und gingen dann durchThale nach Neinstedt. Am 19. kehrten wir voll der bestenEindrücke von dieser kleinen Reise zurück. Da mein Vaterein ausgezeichneter Geschichts- und Alterthnmskenner war,so bot das Reisen mit ihm des Nützlichen und Angenehmengar viel. In seinen gesunden Tagen und auch dann noch,als sein Lebenstag sich neigte, besaß mein Vater eineseltene Unterhaltnngsgabe. Dadurch hat er sich bei Hochund Niedrig viele Freunde gemacht. Eine umfassendeBildung und ein köstlicher Humor würzten die so anziehendenGespräche.

Am 7. September traf meine Schwägerin AgnesWillige geb. Koch aus Zechlinerhütte °hier ein, um unsfortan die Wirthschaft zu führen. Meine Schwester gingam 15. September nach Holzminden, um dort die Wirth-schaft zu erlernen. Es hat ihr dort gut gefallen und siehat sich alles angeeignet, was eine tüchtige Hausfrau zuwissen und zu können nöthig hat.

Meines lieben Vaters Geburtstag begingen wir, wiealljährlich, in festlicher Weise.

Unter Arbeit und Gebet ging der Winter vorüber.Zu Ostern 1886 bezog ich auf ein halbes Jahr die Univer-sität Greifswald, wo es mir aber nicht sonderlich gefiel.Ich möchte heute nicht mehr in einer flachen Sandgegendleben, ich habe mich zu sehr schon an meine ge-birgige Heimath gewöhnt. Mit Sehnsucht habe ich dort