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3 (1893) Vom Jahre 1879-1893
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Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch wieder einen Theilvon Hannover besehen und vor allem die Einrichtung desStephansstifts in Augenschein nehmen. Ich konnte einerAbendandacht beiwohnen. Leider war ich etwas unpäßlichund mußte schon am nächsten Tage wieder nach Hausereisen. Ich habe dort wieder den Eindruck bekommen, daßgroße Anstalten doch niemals den Typus eines einfachen,gemächlichen Familienlebens an sich tragen und ein solchesauch nicht zu ersetzen im Stande sind, wie ich dies inunserm Hanse finde."

Bei seiner Rückkehr traf auch mein Cousin RudolfKoch ans Scyda hier ein. Derselbe hatte sich zuerst demlandwirthschaftlichen Beruf gewidmet, denselben aber auf-gegeben und war dann, um in der inncrn Mission thätigzu sein, in die Brndcranstalt zu Neinstedt eingetreten.Nach daselbst erfolgter Ausbildung war er als Gehülfedes Hausvaters in die Arbeiterkolonie zu Seyda (Prov.Sachsen) gesandt. Seiner angegriffenen Gesundheit wegenwollte er einige Zeit bei uns bleiben. Sein Gesundheits-znstand besserte sich von Tag zu Tage, und wir verlebtenrecht frohe Stunden, zumal sein Urlaub auf unbestimmteZeit war.

Am 7. Februar dieses Jahres erhielten wir die Trauer-nachricht vom Heinigange meines Neffen Hermann Kochin Barmen, den ich 1883 aus der Taufe gehoben hatte.Vater wurde gebeten, dem Begräbniß beizuwohnen, undreiste am 8. Februar nach Barmen. Am 9. Februar wardas Begräbniß, bei welchem der Pastor Bausch tiefergreifendeWorte am Sarge des lieblichen kleinen entschlafenen Pilgerssprach. Ans dem Centralkirchhofe wurde er zur letztenRuhe bestattet. Vater blieb bis zum 14. Februar dort.

Am 7. März reiste Rudolf Koch völlig gesundet nachNeinstedt, da er seine Stellung in der Arbeiterkolonie Seydanicht wieder einzunehmen brauchte.

Zur kirchlichen Einsegnung unserer diesjährigen beidenConfirmanden gingen Vater und ich am Palmsonnntag nachdem benachbarten Großenrode.