Zu Michaelis 1881 verließ ich die Obersecunda desNordhäuser Gymnasiums und hatte zuerst die Absicht, dasbischöfliche Gymnasium in Hildesheim weiter zu besuchen.Zum Glück zerschlug sich dieser Plan. Es wurde uns dasherzogliche Gymnasium in Holzminden als eine gute, nichtzu große, aber durchaus positiv-christliche Anstalt empfohlen.Mein Vater reiste mit mir dorthin, wir wurden vom der-maligen Direktor vr. Dürre herzlich aufgenommen, undich wurde zum Eintritt in die Obersecunda des Gym-nasiums angemeldet. Nach Schluß der Herbstferien reisteich dorthin ab, fand eine gute Pension im Hause der FrauBrcudecke, die stets mit mütterlicher Sorgfalt sich meinerannahm, und der ich auch an dieser Stelle nochmals füralle Liebe und Freundlichkeit danke, womit sie mir dieFremde zur Heimnth gemacht hat.
In der Schule machte ich bald gute Fortschritt sodaß ich Ostern
1883
in die Prima des Gymnasiums versetzt winde. Meine freieZeit benutzte ich zu Ausflügen in das herrliche Wescrthal,das ich oft zu Fuß, auf der Eisenbahn und auf demDampfschiffe nach allen Richtungen durchstreift habe. Hierauf dem historischen Boden des alten Sachsenlandes empfingich zuerst meine spätere Vorliebe für Niedersachsen. Nebenmeiner Thätigkeit für die Aufgaben der Schule lieferte ichhin und wieder eine poetische oder prosaische Arbeit fürZeitschriften und hatte meine Freude daran, wenn dieArtikel gedruckt wurden. Doch waren es eben nur be-scheidene Versuche, und völlig an die Oesfentlichkeit zutreten, erlaubte meine Stellung nicht. Lehrer und Schülererfuhren zum Glück nichts davon. Es ist dort manchesentstanden, was nach späterer Umarbeitung in die Druckereiwanderte.
So erfreulich dies alles meinen Eltern und mir auchwar, besonders daß ich in Prima Freitisch, Stipendien undAufnahme in das Alumnat des Gymnasiums erhielt, so