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3 (1893) Vom Jahre 1879-1893
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geduldig getragen, nicht murrend, wenn sie außerstande war,ihr Amt zu verwalten, Gott dankend, wenn es wieder bessermit ihr ging.

Mein Vater hatte durch Ertheilcn von Privat-Unter-richt an den jüngsten Sohn des hiesigen Znckerfabriks-dircktors eine erwünschte Nebeneinnahme erhalten, so daßihm nun mein Besuch des Gymnasiums leichter zu bezahlenwurde. Ein gut Theil dieser Einnahme hat er damals beiseiner gewohnten Sparsamkeit sür meine Universitätsjahrezurücklegen, und auch meine Schwester Wilhclmine bei ihrerspäter» Verheirathung ausstatten können. Dies wäre beidem nicht sehr hohen Gehalt, das er bezog, nicht ohneSchwierigkeiten aller Art möglich gewesen. So half auchhier der liebe Gott sichtlich. Weg hat er allerwegen, anMitteln fehlt's ihm nicht. Das haben wir auch damalserfahren. Das folgende Jahr

1881

brachte eine wichtige Veränderung in meinem Leben.

Schon lange hegte ich den Wunsch, von Nordhanscnfortzukommen und eine andere Schule besuchen zu dürfen.Die in diesem Jahre in Nordhausen stattfindende Gewerbe-Ausstellung, zu welcher meine Eltern auch gekommen waren,gab mir Gelegenheit, diese Sache meinen Eltern und Ver-wandten gegenüber zur Sprache zu bringen. Ich fühlteeine Abneigung gegen die großen überfüllten Gymnasienim allgemeinen und gegen das Nordhäuser Gymnasium imbesonderen. Ein richtiges Verhältniß zwischen Lehrer undSchüler ist auf derartigen Anstalten nicht denkbar. Ueber-dies muß ans einem christlichen Gymnasium mehr verlangtwerden, als die bloß formale Bildung des jungen Menschen.Mit einem Worte: ich vermißte in Nordhausen das christ-liche Lebensprincip, welches mir vom Eltcrnhause her uner-läßlich war. Umgeben von diesen materialistischen An-schauungen, denen man hier Ausdruck gab, fühlte ich michnicht wohl, und es war mir deshalb lieb, daß meine Elternin meinen Abgang willigten.