Krankheit und Tod meines Vaters.
Wie den Träumenden wird's dann nnS sein.
Mit Jesu lichn wir ein zu seinen Freuden.
Der müden Pilger Leiden
Sind dann nicht mehr. (Klopstock.)
Mit jugendlicher Kraft und Frische hat mein Vaterbis ungefähr ein Jahr vor seinem Tode geistig und körper-lich im Hause und im Studierzimmer gewirkt. Wenn erauch vorher öfter Krankheiten, wie Influenza, starke Er-kältungen, rheumatische Leiden, vor allem unaufhörlicherheumatische Kopfschmerzen durchzumachen hatte, und dieHand des Herrn sich oftmals schwer auf ihn legte, umseinen Glauben zu stärken und seine Seele immer mehr zuläutern — so hat er doch mit Gottes gnädiger Hülfe immerwieder zur großen Freude der Seinigen gesunden dürfen.Als rechter treuer Hausvater hatte er immer Hans undHerz bestellt und ist immer bereit gewesen, dem Rufe desHerrn in jene Herrlichkeit Folge zu leisten.
Seit länger als vier Jahren hatte er von einem hart-näckigen Hautausschlag an Armen, Beinen und zuletzt auchauf der Kopfhaut in unangenehmer Weise zu leiden. Dashat ihn öfter unmuthig, nie aber verzagt gemacht. Nurdurch rege geistige Beschäftigung oder durch Spaziergängekonnte er auf Stunden des empfindlichen Leidens Herrwerden. Aber manche Nacht hat er darüber schlaflos hin-bringen müssen, wo er mit sich und seinem Gott alleingewesen ist. Eine ärztliche Hülfe oder auch nur Linderungdes Leidens ist oft versucht, aber .stets erfolglos gewesen.Da ihn jedoch dieses Leiden nicht sehr daran hinderte, seinergewohnten Thätigkeit nachzugehen, so war er mit Dankgegen Gott damit zufrieden.
Aber das lästige Uebel zehrte allmählich seine Körpcr-kräfte auf. Die nahrhaftesten Speisen wurden ihm bereitet,aber oft mangelte es an Appetit. Da mein Vater vonjeher die einfache Kost unseres Hauses gewohnt war undgern aß, so hatte er an den extra zubereiteten Speisen nichtimmer Gefallen. Der Arzt hatte ihm die schwersten Speisen