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Geistiges Wirken meines Vaters.
Nach dem Tode seiner treuen Lebensgefährtin hat meinVater sich mehr denn je dem geistigen Schaffen zugewandt.So viel ich konnte, war ich bemüht, ihm hierzu die Wegezu bahnen und ihm eine Reihe von Jahren glücklicherMuße zu schaffen. Hätte Gott seiner Arbeit durch körper-liche Leiden nicht schon so früh ein Ziel gesetzt, so würdenwir noch eine größere Anzahl trefflicher Werke von ihm erhalten haben. Denn je mehr er sich von der Sorge um dasIrdische losmachen konnte, desto mehr vertiefte er sich inseine Studien und Forschungen, desto angenehmer wurdesein Geist beschäftigt und dem alternden Körper die Herr-schaft über den frischen, starken Geist entzogen.
So verlebte er die letzten zehn Jahre seines Lebensin friedlicher Stille, ganz dem Anstaltswesen, der Familieund den Wissenschaften geweiht. Diese drei Faktoren, dieden Inhalt seiner letzten Lebensjahre ausmachen, wußtesein reger Geist, verbunden mit einer fast unglaublichenpraktischen Anschauung und Thätigkeit, so geschickt undeinander ergänzend zu kombinieren, daß diese Jahre dieglücklichsten seines Lebens genannt werden könnten, Hüttenicht die Liebe unserer Mutter ihm gefehlt.
Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei — hatGott im Paradiese gesagt. Eine Frau hat doch immermehr oder weniger Einfluß ans ihren Mann. Auf denCharakter meines Vaters, ans sein inneres Leben hätte mmmeine Mutter wohl keinen weiteren Einfluß ausübenkönnen. Meines Vaters Lebcnsgang war mit Christo ver-borgen in Gott, sein Sinn ernst und fest, wie es einemChristen ziemt, sein Herz voll Liebe, die sich aber nie durcheine tändelnde Zärtlichkeit äußerte. Aber einen anderenwichtigen Einfluß hätte wohl meine Mutter auf ihn habenkönnen: es wäre ihr vielleicht gelungen, ihn für einigeStunden der anstrengenden Thätigkeit zu entziehen und ihnzu bestimmen, die Stunden der Nacht der nothwendigcnRuhe zu widmen.