Dann, dann wird der schwere SteinWeg von deinem Grabe sein; —
Christus war im Tod dein Leben;
Ewig darfst du vor ihm schweben.
(Albert Knapp.)
So war eine stille, fromme Frau, einfach in ihremWesen, von feinem Gemiith und von zärtlicher, stets gleicherLiebe zu ihrem Gatten und ihren Kindern. Es ist einTrost und ein Segen von Gott, eine solche Mutter zuhaben, und unserm lieben Vater ist ihr früher Verlust sounendlich schwer zu tragen gewesen. Aber der Name desHerrn sei gelobt, auch wenn die Thräne fließt. Die ganzeLast des Hauswesens ruhte nun auf meines Vaters Schultern.Und diese Last hat er mit starkem Gottvertrauen zehn langeJahre getragen. Wie die Heimgegangene das Hauswesenin geschickter Weise geordnet, so haben wir's gehalten bisauf den heutigen Tag. Und Gottes reicher Segen ruhtbis heute darauf, weil's in seinem Namen und nach seinemWillen geordnet und geleitet wurde.
Nie hat sich diese Lücke, die der Tod uns gerissen,wieder gefüllt. Denn eine Mutter und Hausfrau ist nichtwieder zu ersetzen. Meine Schwester Wilhelmine löste nunihr Verhältniß im Geschäft des Herrn Hörle in Hameln,um das Hauswesen hier weiter zu verwalten. Sie hatgethau, was in ihren Kräften stand, und ich bin ihr vonHerzen dankbar, daß sie meinem Vater die einsamen Tageseines Alters verschönt hat. Es war wohl eine ungewohnteThätigkeit für sie, zumal sie die Wirtschaftsführung vorhernicht erlernt hatte, sondern erst später sich hierin ausbildete,aber mit Hülfe unseres tüchtigen Hausmädchens ging es,Gott sei Dank, den gewohnten schweren Gang weiter.
Fast bis an sein Lebensende hat mein Bater denVerlust seiner treuen Lebensgefährtin tief und schmerzlichbeklagt, aber Gott wußte ihn mehr und mehr vom Irdischenloszumachen und seinen ganzen gläubigen Sinn auf dieBeschäftigung mit Gottes Wort, auf historische Forschungenund überhaupt auf das Gebiet angestrengter geistiger Thätig-keit zu lenken.