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Wohl könnte und dürfte ich jetzt rühmen von derEntschlafenen und ihrem Leben und Wirken in der be-scheidenen und doch so schweren und verantwortungsvollenStellung, die auszufüllen nun seit fast 30 Jahren und inunserer Mitte seit 15 Jahren sie in Gott berufen war.Und wenn ich sie Preise als eine Ehefrau, die treulich ge-halten, was sie einst an Gottes Altar gelobt, bis zumletzten Athemzuge, die immerdar ihrem Manne eine getreueGehülfin gewesen, die in guten Tagen die Genossin seinerFreude, in schweren Zeiten mithelfend, mittragend desLebens Last; und wenn ich sie rühme als eine guteMutter ihrer Kinder, die mit sonderlicher Liebe sie erzogen,die gerne sich selbst vieles entzog und mit Freude mancheEntbehrung sich auferlegte um ihrer Kinder willen, sowürden der tief gebengte Gatte und die trauernden Kinder,was ich euch sagen könnte nur als ein schwaches Lobempfinden von dem, das sie empfinden. Aber es war derEntschlafenen Art nicht, von sich viel Redens zu machen.Und darum handle ich in ihrem Sinne, wenn ich von ihrselbst nicht mehr rede, als meine Pflicht ist an ihremGrabe.
Das aber halte ich für meine einfache Pflicht, daß icheinen Rückblick thue auf das, was sie unter uns gewesenist, und meine aufrichtige Meinung sage, wie sie es ge-wesen ist.
Es sind nun 15 Jahre, daß sie von weither berufenwurde zu der Stellung der Mutter im hiesigen Gräflichvon Hardenberg'schcn Waiscnhanse. Sie hatte schon vorheretwa 13 Jahre eine ähnliche Stellung in Gemeinschaftihres Gatten verwaltet, und es war also eine Garantie da,daß sie auch hier sich bewähren werde. Heute nun habenwir sie hinausgetragen aus der Stätte ihres Wirkungs-kreises. Jetzt hat der Herr ihrer irdischen Arbeit ein Zielgesetzt. Und was dürfen wir von dem sagen, das sie ge-leistet und gcthan, so lange es noch für sie Tag war. Alseine stille, ruhige Frau haben wir sie gekannt, die für ihrePflicht lebte, die das in der That war, das sie heißt: eine