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3 (1893) Vom Jahre 1879-1893
Entstehung
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Kinder feiern durften durch des Höchsten Gnade. Wie batenwir da den lieben Gott, daß seine Huld sie auch nochdereinst die goldene Hochzeit erleben lassen möchte im Kreiseihrer Kinder und Kindeskinder! Aber wie ist doch alles soganz anders gekommen, als »vir freudigen Herzens gehofftund gewähnt hatten!

Am Grabe hielt der Geistliche folgende Ncdc überJeremias 29, 11:Ich weiß wohl, was ich für Gedankenüber euch habe, nämlich Gedanken des Friedens, und nichtdes Leides, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet."

Meine lieben Leidtragenden! Mit einem Gefühleheiliger Freude sehe ich auf die großen Scharen, die diesemSarge nachgefolgt sind, die mit uns, mit denen, die dieserentschlafenen Mitschwester nahe gestanden haben in ihremLeben, sich jetzt brüderlich und schwesterlich vereinigen, denletzten Liebesdienst der entschlafenen stillen Dulderin zuerweisen: das Grab ihr zu bereiten. Und das ist meinerFreude Grund, daß durch diese allgemeine Theilnahme derschöne Beweis geliefert wird, daß ein schlichtes Christen-lcbcn, daß die stillen, äußerlich so unscheinbaren Tugendeneiner in dem Glauben an ihren Heiland lebenden und inder Lust dieses Glaubens ihre Pflichten ohne viel Geräuschvor der Welt, ohne viel Aussehen vor Menschen übendenChristin doch die Achtung und Ehrfurcht der Menschenerzwingt. Ja, meine Lieben, was hat denn der nun Ent-schlafenen die allgemeine Theilnahme erweckt, deren mannig-fache Zeichen sie in ihrem schweren Siechthumc bis zuletztnoch erquicken und ans Augenblicke ihre traurige Lagevergessen ließ? Was hat euch getrieben, daß ihr in einemlangen Zuge gefolgt seid hierher? Es können ja nichtäußerliche Rücksichten sein, nicht etwa ein hoher Stand,nicht etwa eine große Bedeutung, die sie im öffentlichenLeben gehabt hatte, nicht etwa Ncichthum und äußereGlücksgütcr, wodurch sie so viele sich verpflichtet hätte. Dasist nichts anderes, als die mehr oder weniger bewußteHuldigung, die Menschen einem schlichten Christenlebenbringen und bringen müssen.