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3 (1893) Vom Jahre 1879-1893
Entstehung
Seite
282
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kein Laut ans ihrem blassen Munde. Sie war still hinüber-gegangen in die ewige Heimath.

Mein Vater gab ihr den Abschiedsknß für diesesLeben, drückte ihr dann die Augen zn und betete sür sie,daß ihre Seele möge dort oben zu Gnaden angenommenwerden um Jesu Christi, unseres Herrn, willen.

So war denn die stille Kreuztriigerin, unsere innigstgeliebte Mutter, im Frieden heimgegangen, gerade als dieFcierabendstnndc schlug. Wie selig und labend wird ihrnun die Ruhe sein dort oben im Licht, die ewige Ruhenach einer nnruhcvollen und bangen irdischen Wallfahrt!Denn es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes,und unsere theuere Entschlafene ist nun sanft und selig zuihr eingegangen. Das soll unser herrlicher Trost sein!

Am IL. Juni, Nachmittags 3 Uhr, haben wir siehinausgeleitet zu ihrer letzten irdischen Ruhestätte, und mituns ein langer Zug von Leidtragenden, der Verstorbenenden letzten Liebesdienst zu erweisen.

So möge sie denn in kühler Erde ruhen als einSamen, der der Ewigkeit entgegcnreift! Wir aber, diewir hier zurückgeblieben sind im dunklen Thnle, verwaistund einsam, wir wollen die kurze Spanne Zeit, die unszugemessen, treulich dazu benutzen, unserer seligen Mutternachzustreben im Leben und Sterben, und Gott bitten, daßunser Tod so leicht und sanft sei, wie der ihrige gewesen.

Und du, theuere Entschlafene, schlummere sanft unterdem stillen Grabeshügel, unter Blumen und Gräsern, deineSeele ist ja eingegangen zum Throne des ewigen Vaters,wo Freude und Wonne und liebliches Wesen die Fülle ist!Und Jahre nahn und gchn,

Wie bald sind wir verstoben!

O bitt' für uns da droben,

Daß wir uns wiedersehn!

Dem der Heimgegangenen von mir gewidmetenNach-ruf" sind diese Zeilen entnommen, die nur ein schwacherAusdruck von dem sind, was ich, was wir alle fühlen undbei ihrem Heimgange so schmerzlich in Worte gekleidet haben