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Beiträge zur Geschichte der Familie von Kameke
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Laufbahn, und wurde in die damalige 2. Pionicr-Abtheilnng zu Stettin eingestellt, wo nun die Zeiteines ernsteren Studiums begann, als er es sich auf dem Stettiner Gymnasium hatte angelegensein lassein Er nahm Privat-Unterricht bei einem Hauptmann Rochs, einein späteren Oberst-Lieute-nant Schneider und einem Obcr-Feucrwcrkcr Nicdler, deren Unterricht denn doch etwas genutzt zuhaben scheint, wenn man die Laufbahn des jetzigen Generals der Infanterie überblickt.

Schon 1835 wurde der Avantagenr v. Kamele zur Garde-Pivuier-?lbtheilung nach Berlin ver-setzt, besuchte hier die Artillerie- und Jugcnicur-Schule, wurde am 22. September desselben JahresPortöpöe-Fähnrich und 1836 mit Patent vom 30. September als aggregirter Lieutenant in dert. Jngenienr-Jnspcktion angestellt, 1837 am 1. Oktober aber in die 2. Pivnier-Abtheilnng versetzt,wo nun der eigentliche Dienst in der Truppe gelernt wurde. Versetzen war damals — wo Allessehr langsam ging, wie immer und in allen Armeen 20 Jahre nach einem Kriege und mitten ineinem Frieden, der überhaupt so aussah, als sollte er niemals wieder gestört werden — noch etwasAnderes, als Einrangirtwerdeu, und dem jungen Offizier konnte wohl Zeit und Weile dabei langwerden, bis er an die rechte, ihm zusagende Thätigkeit und Autorität kam. Zum Avanciren gehörtbekanntlich vor allen Dingen Abwarten, und dieser Znstand dauerte beim jungen Ingenieur-Lieutenantv. Kameke bis zum 29. Dezbr. 1840, also bis zum Regierungsantritt König Friedrich Wilhelm IV.,und folgte dann am 3. Oktober 1841 das erste Kommando zum Festnngsbau in Posen.

Nachdem in den Jahren 1814 und 1815 eine so große Menge Französischer Festungen nachkurzer Vertheidignng genommen worden waren, hörte man damals häufig: Wozu denn überhauptFestungen noch in der Welt wären? Die Kriege würden ja doch nur im offenen Felde entschieden,und da Festungen so thcner im Bau und in der Unterhaltung sind, so könnte man das dafür be-stimmte Geld besser verwenden. Alan brauche ja nur um eine Festung hcrnmznmarschircn und siebei Seite liegen zu lassen, dann würde man sich bald überzeugen, daß sie durchaus nicht gefährlich sind.

Aber weder König Friedrich Wilhelm III. noch sein Sohn Friedrich Wilhelm IV., weder derdamalige Kriegs-Minister noch der Generalstab ließen sich durch so weise und umsichtige, wohl-wollende und ökonomische Redensarten von der Einsicht abbringen, daß Festungen doch sehr guteDienste leisten können, und so wurden denn die großen Festungen Coblenz, Königsberg und Posen ge-baut. Es hat sich auch bald genug bewiesen, von welcher Wichtigkeit Festungen für die Sicherheitjedes Landes sind, denn gerade von jener Zeit an haben sich fast alle Kriege um den Besitz vonFestungen gedreht. Die Citadclle von Antwerpen, die Belagerungen von Oporto, Sebastopvl, Gaeta,das Italienische Festnngsviereck, Düppel und ganz neuerdings Metz und Paris haben jene Ansichtvon der Ueberflüssigkeit der Festungen glänzend widerlegt.

Dieser Dienst beim Posener Festnngsbau dauerte bis zum 5. Oktober 1844, wo Lieutenantv. Kameke ebenfalls zum FestnngSbandienst nach Königsberg kommandirt und am 26. Mai 1846 indie 2. Ingenieur-Inspektion versetzt wurde. Das Jahr 1848, für so viele Andere ein Grund schwerenAergers, brachte dem Lieutenant v. Kameke Glück, denn bald nach den Berliner Unruhen, am 27. April,wurde ihm die erste Auszeichnung durch die Versetzung zur Dienstleistung als zweiter Adjutantder 1. Ingenieur-Inspektion, welche damals von dem General Brese (später. Brese von Winiary) ge-führt wurde, welcher Versetzung am 1. Juli desselben Jahres auch das Avancement zum Premier-Lieutenant folgte. 1849 war er schon erster Adjutant dieser Armee-Inspektion und mit seinein Avance-ment zum Hauptmann wurde er am 22. Oktober 1850 in den großen Generalstab, und von diesemam 12. April 1851 zum Generalstabe des VII. (Westfälischen) Armee-Korps versetzt, in welcherStellung Hauptmann v. Kameke bis zum 19. Juni 1855 verblieb — von welchem Tage sein Avance-ment zum Major datirt und zugleich seine Znrückversetznng zum großen Generalstabe erfolgte. BeimGeneralstabe des VII. Armee-Korps stand er nacheinander unter zwei kommandirenden Generalen;erst unter dein Grafen v. d. Groeben-Neudörfchcn und dann unter dem General Roth v. Schreckenstein,welche Beide sich mit großer Freundlichkeit des Hauptmanns von Kameke annahmen. Aus dieser

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