, MI
—
8
BAYERISCHER ADEL. GRAFEN.
(Tafel 2.)
ursprünglich Bürger zu Meran in Tirol.
Ihr Stammwappen war der Schrägen (Andreas-kreuz ); 1458 erhielten sie von K. Friedrich ein neuesWappen, das mit dem Steinbock. Beide geviertet ineinem Schild vereint lindet man zuerst um das J. 1600.
31. Okt. 1689 hat Kurfürst Max Emanuel v. Bayernseinen Landsassen Ignatj von M ä m i n g „in den Her-renstand gesezt" (ex manuscr. orig.).
Das gräfliche Wappen wurde Tafel 9. desbayr. Adels unrichtig dargestellt. Feld 2. u. 3. u. HelmII. u. III. müssen so wie liier verbessert gegeben wer-den. Das Feld ist nemlich geviertet, a. und d. wiedervon S. u.R. quadrirt (t v. Parmatin), b. und c. aberhat in R. einen mit b. Eisenhütlein hintereinander be-legten s. Schrägbalken (t v. V eis egg). Uebereinstim-mend hat der Parmatinsche Helm (III.) jedes Hornvon S. u. R. geviertet und der Velsegg'schc hat einenauffliegenden Schwan, dessen Flug mit dem Schrägbalkenbelegt ist.
(Siehe Mehreres über diess Geschlecht beim tirolerAdel S. 11).
Iffontgelam
schreiben sich auch M o n t j c 1 a z.
Auf dem Grabstein des 25. Apr. 1767 f Johannvon Garnerin, Freiherrn von Mon tielas, kurfstl.Generalwachtmeister, an der St. Peterskirche zu Münchenist das Wappen gemalt. Der Schild geviertet wie derRiickschild aes gräflichen Wappens, doch Feld 2. u. 3.schwarz statt blau. Auf dem Schilde eine Krone undals Schildhalter zwei g. Löwen.
Moranitzhy, (Tafel 2.)
T o p o r. — Diess ansehnliche Geschlecht ruht gegenwär-tig nur noch auf zwei Augen.
Das Stammwappen des Hauses Topor ist dass. Beil am g. Stiel in R. Das Wappen des Hauses llo-rawitz aber in S. drei, 2. 1. r. Herzen.
Die beiden Gemshörner aus g. Krone wachsend inB. dann auf dem tlclm mit b., g. Decken sind das Wap-pen des polnischen Geschlechts v. Trako tusch, des-sen leztes Glied, Anna Freiin v.T., mit Friedrich Mo-rawitzky von Rüdnitz vermält war. Derselbevereinte beide Wappen in einem Schild und sezte auchden Trahotusch Helm zu dem seinigen.
Diese Vereinigung wurde im Freiherrndiplom fürWold' Heinrich fürstl. passau. Landrichter M. v. II. dd.Wien 13. Juli 1708 von K. Joseph bestätigt.
Das Grafendiplom von R. Karl VII. dd. Frankfurt14. Febr. 1742 endlieh enthält das gräfliche Wappensowie es hier auf der Tafel dargestellt ist.
Münster.
Beim bayr. Adel S. 16 steht durch ein Druckver-sehen in der Blasonirung des Wappens durchgehendsKünen statt Riinen. Ich bemerke dazu noch dass dieRosen im Rünen'schen Schild ursprünglich gold (nichtroth) waren und richtiger auch noch so sein sollten.
(Siehe übrigens diess Geschlecht auch beim sächs.Adel.)
Orttenbnrg.
Diese Schreibart ist jezt wieder üblich, statt Or-te n b u r g. (Siehe auch sächs. Adel.)
Otting,
führten anfänglich den Namen ihrer Stamm-Mutter, welcheeine geborne von Schönefeld war, bis sie 1817 un-ter obigem Namen gegraft wurden.
Sie haben in neuester Zeit alle ihre Güter in Bayernverkauft.
Pallavicini
Francesco Rota, nobile veneto, gibt in seinem „Blasoneveneto" vier Wappen Pallavicino: das erste istvon S. und R. in neun Pläzen geschacht unter r. Haupt,
darin ein beiderseits dreimal gezinnter schwebender s.Balken. Das zweite Wappen ist dem vorigen gleichnur dass der Balken viermal geästet ist. Das dritteWappen ist getheilt, oben in S. ein sizender r. Vogel,unten s., r. in vier Reihen geschacht. Das lezte Wappenendlich hat in g. Haupt einen gekr. # Doppcladler,darunter von G. u. # in neun Pläzen geschacht.
lPs*|»]IieEi)ltei«i* (Taf. 2.)
Ueber das Erbmarschalks-Wappen im pappenheim'-schen Schild unu Kleinod findet sich in llund's Bayr.Stammbuch II. 172 il. der Abdruck einer Urkunde auswelcher hervorgeht, dass die Pappenheim auf dem Reichs-tag zu Augsburg im .1. 1530 die „Verbesserung ihresWappens mit den Schwertern" erhalten ; da aber zwi-schen den Marschalken von Biberbach, Ellgau u. and.darum Irrung entstanden, kam durch den KurfürstenAugust von Sachsen i. J. 1574 ein Vergleich zu Standedass „nachdem bisher das Amtszeichen des ältestenPappenheim als Erbmarschalk zwei Fahnen auf demHelm darin die kurfürstl. Schwerter geschränkt sein, ge-wesen, von nun an alle Pappen heim diesen Helmführen sollen, dazu noch eine Krone auf demselben;dagegen soll allweg der älteste Pappenheim als Erb-marschalk von nun an auf dem Helm nur eineFahne, den Schild aber quartirt, in 1. u. 4. die kur-fürstlichen Schwerter, in 2. 3. aber die Eisenhütleinführen."
Ein solches Wappen habe ich nach einem Stamm-blatt des „Haubt zue Bappenheim des heil. Rö. ReichsErbmarschalchk v. J. 1569. hier abgebildet. Es seheintalso dass schon vor dem Vergleich v.J. 1574 das Führeneiner Fahne auf dem Helm von Seite des Erbmar-schalks sei faktisch in Uebung gewesen.
Warum jedoch hier die Decken b. u. g. seien, ver-mag ich nicht zu entscheiden.
Pauiiigai-teu (Tafel 3.)
sind ursprünglich Schifiineister zu Kufstein im Innthalgewesen. Schon um die Mitte des XV. Jahrhundertsscheinen sie aber wappengenossen geworden und balddarauf auch zu adelichen Würden gelangt zu sein.
In Kufstein haben sie schöne noch bestehende Stif-tungen gemacht nnd sind daselbst noch einige Grabsteinevon ihnen, namentlich ein prachtvoll gearbeiteter Steindes Hans Baumgartner f 1493.
Der Löwe steigt hier wachsend hinter dem Gar-tenzaun hervor *). Auf einem andern Stein der 15 . .(die Jahrzal ist nicht ausgefüllt) verstorbenen BenignaBaumgartnerin ebendaselbst ist der Löwe ganz undschreitend auf dem Zaun.
Unter Herzog Albrecht IV. scheinen die P. inBayern recht in Aufnahme gekommen zu sein. Die Wap-penverbesserung mit dem Löwen statt der Aeste soll K.Max I. dem Hanns Baumgarten im Lager von Kufsteinertheilt haben.
Ein genealogischer Zusammenhang der Kufsteiner,resp. altbayrischen Baumgartner und der Augsburger undNürnberger Baumgarten mit dem Sittich ist gänzlich un-erwiesen.
rfe la Perouse
Ludwig Bertrand Chevalier de la Perouse kurbayr.Hauptmann ist „weillen er in Savoia als ein Conte trac-tieret worden" von Kurfürst Frd. Maria von Bayern dd.5. Juli 1677 in den Grafenstand erhoben worden. Erselbst unterschreibt sich 1674: B. De Chastel de laPerouse. —
Das Geschlecht ist übrigens im Mannsstamm vorlängerer Zeit erloschen.
*) Ebenso auf dem bereits erwähnten Grabstein des Hanus laom-gartner 20 Wasserburg, f 1500. Dieser GrRbsteiu ist l'iir dieKunstgeschichte der Heraldik sehr interessant, indem er (einäusserst seltenes Vorkommen) statt des gewöhnlichen Spangcn-heims einen sogenannten Mailänder Helm mit geschlossenemVisir zeigt. Ich habe das "Wappen dessbalb auch in die Tatetaufgenommen.