j49i Land - und Haus-Wirtschal
solchem Geräusch und Schäumen gerne sind,lieber eingehen. Nach Michaelis gehen dieFische wieder in dieTieffe, daher man sich milder Angel-S6)nure darnach richten/ und diesel-be etwas verlängern muß. Es gehet nemlich«tzs der Fisch insgemein eine Elle niedriger imWasser, aiS im vorigen Manat, ivornach dieAngel-Schnüre zu bekielen: im Oetvber nocheine halbe Elle niedriger; die übrige Zeit imJahr aber bis wieder in den Frühling hinein,gehet er auf dem Grunde. So wird auch indiesem Monat bis wieder hinausivärts da«Krebs - Fangen eingestellet.
Vev der Jagd und demtveydwerck- Zudieser Zeit ziehet sich meistens das biihero ver-theilte Wildpret aus denen hin und wiederliegenden Holkern nach grossen Wäldern undGeheaen zusammen, der Hirsch aber, nachdemer sich gut u. feiste befindet, tritt in die Brunst,daher» man nunmehro Brunft-Hirsche schies-sen oder pürschen kan, weil sie anfänglich nochfeiste, ehe sie von Nieren abgenommen. DieDächse sind nun auch seiste, und gehen desAbends meistentheils auf die Felder, wo Rübensind,und wenn Obst gerätk,in die Feld Gärten,daher» ihnen ietzo am besten des Nachts mitHunden beyzukvmmen. So ist auch sonstenietzr die gelegenste Zeit zum Hetzen und Jagen,weil nun die Däckse vonLaurentubisThomä,die Füchse von Michaelis bis Lichtmesse, dieHa-sen von Iacobibis Matthia, die Marder vonSt, Michaelis bis den ersten Martii, und dieBiber von Michaelis bis Ostern zu jagen, zuschiessen und zu fangen erlaubet sind. Nunmuß sich der Vogel-Fänger von Egiduoder altBarthvlvmäi an,bis vierzehen Tage oder dreyWochen nach Michaelis, täglich auf demVogel-Herde finden lassen, dabey denn zu mercken:Wenn es einen trockenen Sommer giebet, sogiebet es auch einen guten Vogel-Fang; ist aberder Sommer naß, so ertrincken viele Junge inden Nestern, sonderlich die Lerche» und alle!Vögel, so auf der Erden brüten. Von altCrucis an müssen auch die Maschen oder Doh-nen zum groben Vogel-Fang zugerichtet undeingebeeretseyn; sonderlich richtet man in dendunckeln Thälern um diese Zeit die Henck-Bo-gen auf die Drosseln und Amseln. VierzehenFuge vor Michaelis sangen die Lerchen an zustreichen, welche auf den Feldern, wo es vielHaber-Halme und andere Stoppeln giedet,fortfliegen, und über Nacht darauf bleiben, dasie denn mit denen sogenannten Kleb- oder Ta-ge-Neyen wohl zu fangen sind. M Neu-Monden sind sie am besten zu fangen, ie dunck-ler es ist, ie besser ist es. Man fänget auchnun die Lerchen mit dem Nacht-Netze, es mußaberdunckel und der Mond-Schein unter derErde seyn. Vierzehen Tage vor und nachMichaelis ist der beste Fincken?Strich,und ae-schiehet der Fang auf zweyerley Art: Ent-weder in Gärten und kleinen Wäldlein, oderauf freyem Feld nach Art des Gereuth-Vozei-Fangs, welches letztere auch viel besser ist, zu-mal man ausdiese Weise nebst denen Fliicken,Emmerlinze, Qvckcker, Kernbeisse?, Grünlinge/
ts-Calenders, zis?
Stiegl-tze, Hänflinge, und andere Vogel mehr ^fangen kan; da man hingegen bey den Garten-Herden sich bloß über die FMcken mit Emmer- ^.linaen unv Qväckern beanugen muß. So ge-het ingleichen in diesem Monat der Amsel- undDrossel- Strich an. Man sänget auch durchdiesen Monat die wilden Tauben und Tuttel- ''Tauben; so hält sich auch der Wachtel-Fang indiesem Monat noch.>ut, denn ietzt sind sie fett: ^nach dieftm verstreichen sie bald aus dein Lande. ^'GleicherGestalt kan man in diesem, wie in vori-gem Monat, mil der Karren-Büchse, oder dem ISchieß-Karren auf die wilden Gänse ausgehen, i?denn ietzt vcrsammlen sie sich zum Abzug. -üMan fähret auch fort Rebhuner zu fangen, weil .,'^i >sie aber nun starck zu werden und weit zu fliegenbeginnen, da man ihren Fall nicht wohl beob- 'achten kan, als ist nun, weil sie ohnedem denTirasse» nicht mehr hallen, und in die Steck- .Garne ungerne eingehen, der allerbeste und lu- >.stigsteFang mit dem Hoch Garne vorzunehmen. 7Diisselbige wird ohngesahr anderthalb hundertSchritt lang, und achtzehen Schuh hoch an den .Ort gerichtet, wo man weiß, daß sie aus demHolk bey gantz spätem Abend aus den grünenSaamen, öder bey anbrechendem Tage von der ,Saat wieder gegen dem HM und anderes Ge- 'büsche zufallen. Dabey iedoch ein geschickter ! /Jäger, wenn er nicht etliche mal umsonst stellen 'will, zuvor erforschen muß, ob die Hüner in .ihrem Fall nicht einen Umschweiff nehmen, ' ,nemlich nicht aeradezu aufdenSaamen, son- ^ udem vorher einen andern Weg hinaus aus daSFeld niederfallen, u»d erst von dort aus auf denSaamen zustreichen, als welches sie an etlichen 'Orten zu thun pflegen, da denn das Garn an-ders gerichtet, und sie ungeachtet ihres Um- '' 7 :schweiffeS betrogen werden müssen. Endlich SÄ::.',schiesset man auch in diesem Monat die Hasel-Hüner niit dem Pfeiflein wie im Martio,kommen aber nicht so gerne, weil sie nicht geil,sondernKütt-oderVolkweisebevsainmen sind-Man kan sie in den Wsildern, wo viele Brom- G»; Zibeer- und Ebereschen-Beere sind,welche sie ger-ne fressen, aufsuchen. tHz-g
Zu Hause muß man vor allem noch fleißig »M/zu Saame» dreschen, daß daran kein Mangelsich ereignen möge- Hiernächst gehet ietzt die >Flachs-Arbeit recht an, denselben zu rösten, zudörren und zu brechen. Die Ballen oder Kno-ten werden an die Sonne auf Tüchern aiisge-breitet, und nachmahls bey Gelegenheit gedro- ^ ^schen. Nicht weniger hat man ietzt den Hanfzu brechen und zu hecheln; auch Heide-Korn ^und Hirsen stampfen; ingleichen Häckerlingvors Rind- und Juchr-Vieh schneiden zu lassen- «>iNun inui, man die Obst-Presse mit ihrer Zuge- Ä'-Mhorung zurichten, und die Sacke zu gedachter h'F.Presse vorher» leitlich rein auswaschen lassen, 'Ndamit man das wilde, wie auch das andere >schlechtere ausgeklaubte Obst bey Zeiten presse» q-M«könne. Das übrige Obst an AepsiÄn, Birnen,Pflailiiiei! und dergleichen, so nicht liegen will, > ^auch nicht kan zu Gelde qemachet werden/ lässet 'man nun dorren oder backen, und giebt solches HZH,eine gute Speise vors Gesinde. Man kan auch'
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