Z4l5 Landend Haus-Wirtschaffts-Calenders, Martius .
gen. Man muß aber die Ranunkeln nicht zu Die auswachsende Wurzein davon werden ein-nähe bey die Anemonen stellen, indem sie ein- .weder gantz und gar, oder doch, daß das grüne
ander nicht leiten können.
In dem Rücken-Garten soll man zuvor-derst allen noch übrigen Unrakh zusammen räu-men und hinaus schaffen, auch denselben/ sobald der Boden nickt mehr gefroren, und dieKälte ein wenig sich ausaezogen, umgraben,und, da es vonnöthen, sonderlich was überWinters nicht gedünzet worden, mit kleinemMist (Hüner-und Tauben-Mist) bedungen,denselben breiten und fein tief untergraben,auch endlich bey gutem Wetter allgemach be-säen. Wenn die Gewächse anfangen auszuge-hen, muß man sie vor den Reisten bedecken;auch da Bäume daselbst stehen, an denielbigenraupen, damit das Ungeziefer nicht über siekomme. In den Mist-Beeten kan man Ma-joran, Basilien, Kohl, Salat, Gurcken unddergleichen anbauen, und auch des Nachts, solange dieReiffe währen, zudecken. Den Capp-Saamen pfleget man entweder gleich zu An-fang dieses Msnats, oder auch gegen das Endeum alt Gertraut mit dem Saamen anderer spä-ten Wanken zu säen; der Boden soll zuvorim Herbst umgerissen, fein gleich gemacht, undmit Hüner-Kothgedüngek seyn; und wenn eSgefriert, muß man gleichfalls Hüner-Koth überden Capp-Saamen streuen, Nun werdenZwiebeln und Mohren, Pastinacken,Petersilie,rothe Rüben, allerley Rettige, Rapunzeln,Ha-ber-Wurtzel, Scorzonera, Cickonen :c, in tie-fen und sandigen, aber anbey fetten, und mitaltem Dünger wohl beschlagenen Erdreich, wieauch Salat und Gurcken angebauet. Mankan auch allgemach Anis, Dill-Saamen, La-ctuck, Körbel-Kraut, Fenchel, Kresse, Moldenoder Melden, Senff, Spinat, Saueramxffer,Wermut, Wein-Rauten, Mangold, und aller-ley Kohl, Löffel-Kraut, Endivien, Spargel,auch Schnittlauch, Mohn-Saamen und der-gleichen säen und anbauen; solle aber anfangsnoch einiger Nacht-Frost, wie öffters geschiehet,solches verhindern, so muß man sonderlich mitdenen Gewächsen, die etwas zart, und Frostswegen leichtlich Schaden nehmen mögen, biszu besserer und gelinderer Witterung in Gedultstehen. Ebenfalls kan man Zwiebeln, Knob-lauch und Kreen ober Meerrettich, auch fernerzu Ende desMonats, Fenchel, Kürbis, Rauten,Salbey und allerhand andere Galtungen derGarten-uud Feld-Kräuter versetzen, wenn essich nemlich zu gelindem Wetter anlässet. DieMelonen ka» man auf Mist Beete pflantzen,und, wenn sie ins vierte Blat erwachsen, und zudicke stehen, sie anderwerts in gut Land verse-tzen. Jngleichen auch noch Rosen-Stauden,Johannis-Beer-Stauden, Stachel-Beer, undandere dergleichen junge Brüten, so bald manKälte halber ins Erdreich kan, versetzen. Sokan man auch ietzo den Entzian, als das besteStück in der Vieh-Artzney, aus seiner Wurtzel,maleichen den Calmus vervflantzen, welcherüberall, wieGeröhricht, wächset, sonderlich, woes schwarken und fwchtenGnind hat, wiewohler sich such in Teichen und Lachen ziehen lässet,
davon etwas hervorrage, emgeieket. Im ab-nehmenden Monden werden dieWinter-Wgn-ze» ausgesetzet, daß man um Iaeobi Kraut da-von haben möge, und selbige, so lange es reifft,zugedecket- Wenn ein warmer Tag ist, sollman die Artischocken ausdecken und räumen,auch die Erde ein wenig von der Wurtzel thun,damit sie etwas abtrocknen,und der Lufft wiederallgemach gewöhnet werden. Doch muß mansie die Nacht vor den Frösten mit Mist wiederzudecken. Man soll auch von den Spargel-Stöcken das längste vom Mist abnehmen, unddas kürtzeste liegen lassen, so werden sie grossenSpargel bringen. Gegen dasEnde dieses Mo-nats, weim das Wetter gelinde, werden die Ge-wächse, so man bisher im Keller oder Winte-runa zum Saamen aufbehalten, als weisse, gel-be und rothe Rüben, Zwiebel, Kraut-Stengeloder Saamen-Strüncke und dergleichen aus-und instand gesetzet: So ist auch nun Zeit,die Zucker -Wurtzel-Keimen, so man den Win-ter über im Keller gehalten, wie auch Tartuf-feln, Schalotten, Knoblauch ze.wiederins Erd-reich zu vstantzen. An den Kräutern muß mandie alten Blätter, Stiele und Stengel abneh-men, und den Grund säubern, daß sie besser her-vor kommen. Senken blühen ietzund gemei-niglich die Schlussel-Blamen, Merk-Violen,Narcissen mit bleich-gelbenBlumen, Erdrauch,Schnee-Twpflsin oder Sommer-Thiergen inGärten und Wäldern. Im Felde aber zeigensich edel oder gülden Leber-Kraut, güldenSteinbrech, kleine wilde Maßliebe», groß Tä-schel-Kraut, Haselwurtz, klein Schöllkraut unddergleichen- llibrigens soll man nicht verges-sen, um diese Zeit den überbliebenen Schneeaus denen Gärten zu schaffen.
'In dein Obst - oder Baum - Garten mußman gleicher Gestalt,wie in denen vorhergehen-den beydenMonaten, allen übrigen Unrath ausräumen, und sie wohl absäubern, sonderlich aberauf die moosigen Gras-PlcktzeRusoder Aschestreuen, damit der Msvs vertilget werde. Nunist es hohe Zeit, und die „Uernörhigste Arbeit,wenn sie nicht bereits in dem vorigen Monatgeschehen, die Bäume aufs reineste von denenRaupen zu säubern, und solche mit allem Fleißauszurotten. Nächst diesem kan man ietzo dieBäume, die man im vorhergehenden Monatoder imJanuario aufgegraben und umgesetzethat, wiederum mit guten, verlegenen und mitfrischer, ausgeraßeter, schwartzen Erden unter-mengten Dünger versehen. 'Um die andernBäume lässet man die Erde ein wenig aufha-cken, (iedoch ohne Verletzung der Wurtzeln)damit sich die Dunste herausziehen, und dieFeuchtigkeit dagegen hinein sickern könne.Die so wohl oben an den Bäumen, als auch un-ten nahe an der Wurtzel auswachsende, über-stüßige iunge Sprossen, muß man, und zwardiejenigen, so hoch sind, im alten Monat nnldemRaupen-Eisen abbrechen oder abschneiden,die untern aber mit einem scharffen Beil ab-hauen, vnd die Wanden mit Baum -Ga-lbe
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