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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3411-3412
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Land - und Haus - Wirtschaffts - Calenders, Martius.

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Maria Lichtmeß haben wirben Win-ter nenuß, Herentgegen, wenn um dieseZeit sich eine mizeitige Wärme ersinnet, pfle-get gemeiniglich noch eine rauhe Kälte zu fol-gen; darum, wenn der Fedruarius oderHor-nunr?, welchen die Vauren sonsten auch den-Hart^Monat nennen, warm ist, so mag niandas Futter wshüu rath halten, denn es bleibethernach gemeiniglich um Ostern lange kalt, unddaher si-id auch die folgenden Regem entstan-den: Wie lange die Lerche vor alt Lichtmeßsingt, so lange soll sie auch hernach schweigen.Jngleichen: Wenns auf den Lichtmeß - Taghell und schön ist, so bleibe der Dachs im koche,denn er spüre, daß noch Winter-Kalte vorhan-den sey; wenn aber an solchem Tage das Wet-ter ungestüm, und mit Regen und Schneevermenget, so krieche er hervor, und fürchte kei-nen Wmter mehr. So pflegen auch die Schä-fer den Lichtmeß-Tag fleißig ju beobachten, undwenn derselbe, sonderlich des Vormittages, hellist, einen starcken Nach-Winter zu vermuthen;daher bey ihnen auch das Sprichwort entstan-den: Daß sie viel lieber den Wolff an selbigemTaae im Schaaf-Stall, als des Vormittags dieSonne in demselben sehen. Item, Mattheisbricht? Eis, findet er keines, so machet er eines.Wenn auch in diesem Monat die gefangenenVögel gar fett, unv gleichsam Wachsgeib sind,so vermuthet man gleichfalls noch Schnee, und

folgende Kalte: Denn die Vögel sollen die Artan sich haben, dan sie gar eigentlich niercken,wenn noch ein grosser Schnee fallen will; daherfressen sie sich zuvor satt, so, daß sie eine,! Tagoder etliche ohngefressen ausdauren können,und setzen sich darnach in einen hohlen Baum,oder sonst an einen sichern Ort, und warten daaus, bis das Gewitter vorüber ist.

Die Vernnithuiigen nou des Jal'rcsGe-beyen derren end, hält man davor, so zu Endediese« Monats die Nord-Winde starck wehen,es ein fruchtbares Jahr bedeute: Denn so die-selben vvriei-o gantz ausbleiben, so pflegen sieerst im April zukommen, und denn dem Weiii-stock und andern Gewächsen Schaden zu thun.Daher sagen die alten Bauren: Sie wollenum diese Zeit lieber einen hungerigen Wslff,als einen Mann im Hemde auf dem Felde ar-beiten sehen. Inaleichen, wenns in diesemMonat nicht wohl frieret, so besorget man sicheines kalten, und der Saat schädlichen Vor-jahrs- Item, wenn die Mücken in diesemMonate spielen, so saget man Daß die Schaa-fe sterben werden, weil das Frühjahr darauf ge-meinialich noch Kälte mit sich bringet, welchedie Scbaafe nicht leichte ertragen. Also, wenndas gefrorne und bisher verschlossene Erdreichansthauet, so steigen faule Dünste heraus, da-von sonderlich diejenige, die der Lufft nicht ge-wohnt sind, kranck zu werden pflegen.

Was in dcm Marti» odcr Mcrtzcn zu thun und zubcobachlen.

Felde nun soll der Ackermann, so balder mit dem Pflug in die Erde kan, uud dieü! erflüßiae Nässe des Ackers vergangen ist, wie-der zu Felde ziehen; denn es ist eine alte Haus-Regel: Daß man in der eilfften Woche nachWeynachten völlig müdemPsiug zu Felde fah-ren und ackern, auch die Winter-Feuchte beyder Frühlings-Saat nicht vergebe«» solle ver-streichen lassen, als die ohnedem von den schar-fen Ost -Winden bald ausgetrocknet wird.Man soll dahero, so bald der Erdboden offen,und der Schnee hinweg, auch sonsten die Erde;u gewinnen, in diesem Monat den Frühlings-oder vielmehr Sommer-Feld-Bau ansangen,und allerhand Aecker darzu gehörig zurichten,!so, daß ein jeder nach seiner Art und Nothdurftgearbeitet werde. Sonderlich aber, "da manvor Winters dergleichen Aecker noch nicht ge-dünget oder gepferchet hätte, so muß man es umdiese Zeit gleich zu allererst thun,oder den Dün-ger darauf führen, breiten, und sodenn bald un-terackern lassen. Da aber das Düngen und^Pferchen bereits vor dem Winter geschehen-jre, so hat man die Sommer-Felder so gleich zurühren, wenden, hacken oder Balcken-strei-fen, ws es gebräuchlich und jedes Orts vomio-jthen, auch bey trockener Zeit fleißig einzuegen.Vor allen, sv bald man nur in die Erde kan. pflg-aetman zumHaberzu ackern,und wennderAckerfertig, ss wird der Haber, den man Mertz-Haber nennst/ fein baid in die frische Furchen

gesäet, damit der Acker nicht ausdorre, sondernder Saamefein recht untergeeget werden kön-ne; is früher man den Haber säen kan, ie beßerund körniger er wird; hingegen, da die Saaterst in den April hinaus kommt, giebt sie weni-ger an Körnern und mehr am Stroh. Manmuß auch den Haber nicht zu dicke säen, dennsonst, wo er zu dicke aufgehet, bekommt erklei-nere Rispen, und wird auch sonst klein undmager, weil diese Frucht nicht wie die winteri-ge lange zu wachsen hak, sondern aar bald auf-gehet. Gegen das Ende dieses Monats, oderauch zu Anfana des folaenden, insgemein kurtzvor oder nach Ostern, säet man die Mertz-Ger-sie, Sommer-Weilzen und Sommer-Korn, da-bey man sich doch allezeit nach der Witterung«und wie sich der Erdboden anlasset, zu richtenhat.^ An vielen Orten, wo warme Land Artist, säen sie gar das Sommer-Korn, Erbsen undGerste noch im Februario; es lässet sich abernicht aller Orten thun, sondern man muß sichin die Land-Art schicken. Frühzeitige Erbsen,Linsen und Wicken pfleget man, wenn es leid-lich Wetter ist, zu säen, und zwar, wie einigewollen, im letzten Viertel, drey Tage vordemneuen, so sollen sie bald abbiüben; da hingegendie im neuen Monden gesäete immer blind blü-hen uud wenig tragen "sollen. Zu Ende diesesMonats, oder doch gleich zu Anfang des fol-gend?», kan man auck etwas von Lein und Hanfsäen , so man die Früh^Saat nennet: Denn