Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3399-3400
Einzelbild herunterladen
 

zz?? Land-undHaustvirtschaffls

auf dem Boden liegende Getraide, so fein dün-!ne aufgeschüttet seyn soll, alle Woche» einmahlfleißig umwersse» oder wenden, damit es schereinander nicht erwarme; man hat dieses son<derlich auch bey dem alten Getraide zu beobach-ten. Und weil nun insgemein aut zu dreschenist, so soll man auch das noch im Stroh stecken-deGetraide, so viel es immer möglich, in diesemund folgendem Monat, bey kaltem Wetter garvusdreschen lassen, denn sonsten pfleaen dieMäuse grossen Schaden in denen Scheunendaran zu thun. Die Körner lasse man gehörigsauber» und aufschütten, und zwar jeglichesGetraide fein absonderlich, das Stroh aber inSchütten oder Bünde zusammen binden, undbesonders in der Scheune ins trockene legen;auch die Uiberkehr und Spreu fleißig abtragenundaleichfalls an seinen gehörigen Ort thun,damit man dem Vieh die Siede damit mengenkan. In diesem/ wie auch nächst folgendenzweyen Monaten mag man vor die Haushal-tung im Verrath mahlen lassen, weil aber beygrosser Kalte gemeiniglich wenig und sprödeMehl gemahlen wird, so ist es rathsanier, daßes noch vor eintretender harter Winter-Kälte,bey gutem Wetter geschehe. Mast-Schweineund ander Vieh, so der Haus-Vater zu Noth-durfft seines Hauses dexutiret, ohne lacherlicheBeobachtung des MondenLichts, schlachten,das Fleisch einsaltzei» und im Rauch-Fang oderin der Rauch-Kammer aushängen. So dasschlimme Wetter die Holk-Fuhr verhinderte,kau man das Gesinde zu Hause Holtz spalten,und in Stosse seken, das Reis-Holtz aber zuOfen-und Back-Öfen-Bündlein hacken, undsolche an behöriaen Ort zusammen legen lassen.Item alltt'ley Pfahle, die man zur VermachungderGärten, auch in die Wein-Berge und Hops-Gärten bedarff, machen, und dieselben auf dieSeiteins trockene legen. Nicht weniger sollman in diesem Monat, iedoch mit Gelegenheit,allerley höltzernes Werckzeug, so im Hause so-wohl, als zumFeld-und Garten-Ban vonnö-then, verbessern und im Vorrath machen lassen,als allerley Leitern, Rechen, Stiele in die Mist-und Reich-Gabeln, Aexte undHauen, Getraid-undKrase-Sensen-Bau nie, Siebe, Körbe unddergleichen, damit mans zur Zeit des Mangelsund derNoth baldundzurHand haben könne.Sosoll man auch nun die Rüst-Wäge», Kar-ren, Pflüge, Egen, Pferde-Geschirre und andernothwendiges Gezeug verbessern und ergän-zen lassen, und darzu die Schirr-Meister undKnechte insonderheit anhalten. Man kanebenfalls jetzo die Stroh - Seile oder Stroh-Bänder, die man zur künfftiqen Erndtebraucht, verfertigen, iedoch dieselbige vorRatten und Mäusen wohl verwahren. In-gleichen den Saamen zum Sommer-Getrai-de und andern Sommer-Früchten auf dassauberste reinigen, damit dadurch die beschwer-liche Arbeit/ des nach der Zeit im Feld ver-drüßlichen, anbey aber unumgänglichen, unddoch auch wohl schädlichen Ausjätens, so viel«öglich, verhütet werde- Gleicher GestaltKk man»etzt auch den Lein, so bisher noch

-Calend ers, Januarius.

in den Knoten verblieben, und an einennröcke- ? 'nem Ort verwahret worden, gar ausma- ^chen Den Mist , den man seit Martini ge-macht und gesammlet hat, soll man nun um- -werssen, und das oberste zu unterst kehren,da- --mit das lange unter «ich und gleichfalls in dieFäulung komme, und nicht «schimmele, son-dern durchaus wohl gekocht sen, da man ihn !"hernach aus die Wiesen und Aecker fuhren, oderin die Gärten gebrauchen wil!. Gleicher Ge- -stalt kan man nun die Heimlichkeiten räumen, 7? -!und den Unflat auf die Wiesen, so dünne, als -es seyn kan, von einander ausschütten lassen,sonderlich aus die Orte, wo sonsten nicht viel .K-wächset. Er dienet auch trefflich den alten ^Bäume», wenn er eines guten Schuhes weit . ?!vom Stamm, auch nicht auf die bl»ssen Wur-zeln geschüttet wird. Wer davor Ecket hat, ,lasse ihn in eine besondere Grube zusammen 'bringen, und vorher miter den, freyen Himmel >verduften, und brauche ihn hernach, wo er will. ^Das Getraide kan man bey guterWinter-Bahnzum Verkaussen aus die Äochen-Märcklefüh-ren. So ist ingleichen diesen und folgendenMonat, die beste Zeit, das gedörrte und ge- ,Ä",treugte Obst, Sauerkaut, Möhren und- !ben zu Marckte zu bringen und zu verkaussen. ^Wenn die Kalte und der Froß in dieiem unddenen nächst folgenden zweyen Monaten nicht 'allzu groß, kan man Maltz auf das Lager ma- / ^chen, dabey aber sonderlich gute Achtung dar-auf geben, damit die Gerste im Keimen keinenSchaden leide- Mas kan auch aus dem Ge-traide und andern Feld-Früchte», aus Wein-und Bier-Hesen, Malk-Salk und »verbliebe-nem Kessel-Spülig, wie auch aus Wachhoider- N?Beeren, Hahnbutten, wenn der Reiff sie wohlmürbe gemacht, und andern dergleichen Braut-wein brennen. Item, Rübsen-Hanff-Lei»- .Rüben - und Rettig - Saamen, auch Nüsse zuOel schlagen. Sonsten soll man auch noch um «diese Zeit die Rauch-Fänge und Feuerniäuern Zchtkehren, und die Rauch-Kammern fegen lasse»/ ' «i«absonderlich aber den Winter hindurch dem '«HFeuer fleißig nachsehen, damit kein Schaden 'geschehe. Jngleichen soll man das Eis umdie " ^Brunnendes Morgens fleißig aufhaue» lasse», 'z-damit weder Mensche» »och Vieh, sonderlich 'Ä,,,das trächtige, gleite, oder salle. Man kan auch (PAHoltz, Steine und andere Bau-Nothdurfft um ^dieseZeit zur Hand schaffen; den Ratten undMäusen aber mit Gisst und Fallen richten, ehesie >mige Hecken und überhand iiehuien. Einegute Haus-Mutter soll ietzt und den aaiike»Winter zu Nachts, wenn die Mäge ihre ande-re Arbeit schon verrichtet, sie fleißig spinne»/welcke Rübe» schneiden, oder auch Federnschließen lassen. Nach dem Bvrrath an But-ter und Käse» sehen, und ihre Haushaltungdarnach anstellen, und eben alw auch mit de»Speiie» a» Fleisch und Zuaemüse nicht zu kargauch nicht zu verschwenderisch umgehen. Nichtweniger das Bier - und Cosent- Gefässe, wenn Hes ausaetruncke», reine halte», damit es nicht <dumpfig werde. Und endlich die Vieh Stalle , >fleißig besuchen, daniit sie sehe, ob auch dieKu-