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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3395-3396
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ZZ95 Land-und Haus-Wittschai

mehrunterworsscn ist. Das Wind-fälliqeuiidWivssel-dürre Holtz bey dienlichem Wetter,das Reiß - Holtz zum Brennen aber im neuenoder wachsenden Monden abhauen, welchen-salls es bald wieder wachsen soll. Das Dauben-Hvlft zu allerley Ge'ässe» auch Schlitten-Wa-gen- und anderes Schirr-Holtz; inaleichen Lat-ten-Zaun- und Wein-Pfahle, Hopffen-Stan-gen, Schüpven-Spaten-und Gabel-Stiele inVerrath, so wodl auch die benöthigte Reiff-Stäbs und Reif-Stanaen zu kleinem und gros-sen Gebande, von Eschen, Eichen, Hasel-Stauden, Ulmen, Weiden, Bircken, und der-gleichen, bey abnckmenden Monden, gegenund in dem letzten Viertel, auf das gantze Jahr,abhauen und ihnen flugs die Rinde abschälen,denn also hatten sie an den Fässern etliche Jah-re hindurch, da sie im Gegentheil, wenn sie inden Rinden stecken bleiben, viel eher morschen.So langegukeBaku ist, soll man alles Brenn-olk, so viel man dessen das gantze Jahr zurüche, zu den Kalch - und Ziegel - Oefen, zumBrauen und Maltz-Darren, auch in die Glas-Hütten benöthigst ist, nicht weniger das Bau-Hvltz, und was aus die Schneide - Mühle zuDretcrn, Pfosten, Bohlen , Latten und der-gleichen bestimmt ist, an behörige Orre füh-ren, weil den dieser Zeit, und ehe die Ge-schirreins Feld müssen, dergleichen Arbeit ambcqvemsten^ damit vorzunehmen ist; itemGrreu anführen, die sumpfiaten Oerter derFubr-Slrassen damit auszufüllen.

ZZev der Viel, Zuckt, soll man dem Viehund sonderlich den Schaffen um diese Zeitdas Futter mit S^ltz - Wasser besprengen.Vor allen aber das Vieh warm halten, undnicht zu kalt speisen und träncken, auch mitguter uud^ aelinder Streu versehen : DieVieh - Ställe vor der Kälte wohl verwahren,jedoch dem Vieh nicht aantz und gar das Ta-ges-Licht entziehen; dieweil ein Mu finste-rer Stall schier eben so wenia, als ein kalterv»r dasselbe dienlich ist. Den Schweinen sollman die Spreu mit etwas bessern anmengen,damit sie nicht so gar aeringe werden: Das Ge-träncke warm, iedoch nicht zu heiß vorschüt-ten, weil sie sonsten leicht den Brand nnd Lun-gensuchr davon bekommen; auch ihnen dieWoche einmal viel Streu eimverssen. daß siesich können einwühlen, und von der Kälte kei-nen Schaden leiden mögen. Diesen Monatsoll man keine Ferckel abflössen oder abgewöh-nen lassen, denn sie sind gar schwer zu erziehen,und kosten viel. Die Schäferey soll man offtebesuchen, und sehen, wie dieScdaafe gefüt-tert werden; auch Achtung geben, was umdieseIeit laglich jung worden, und den Schafenjakein feuchtes Haber-Stroh zu fressen geben,weil jie davon die Wolle verlieren, Hingcaenkan man ihnen nun Erlen Laub fürlegen', zurProbe, ob sie wohl auf sind : Den», welcheSchaafe dies Laub lustig und begierig essen,die hält man vor gesund; die es aber nurubermaulen, oder gar nicht fressen wollen, ha.den gemeiniglich an der Lungen und LederNoth, und werden also billig vor ungesund ge-halten- Mail kennet auch solche anbrüchige

'ts-Calenders, Ianuarms. M

Schaase im Frühling, wenn sie die Wolle ge-hen lassen, ehe sie abgenommen wird. Die- " -selben muß man in Zeiten zeichnen und aus- -merken, oder von den andern absondernWenn der Erdboden um diese Zeit gefroren,und die Saat mit keinem Schnee bedeckt ist,so werde» die Schaase darauf getrieben, weild eft Aetzung ihnen gesund, und das Futterdadurch ersparet wird. Bey warmen Tauenund lieblichen Sonnenschein soll man das Viehdann und wann aus denen Stallen lassen, daßes sich eraötze, auslüsste, die Glieder erstrecke,gelenckbleibe, uud nicht irampfig werde. Jn-gleichen täglich, ehe man schlaffen gehet, undso bald man aufstehst, das trächtige Vieh, und ^die junge Zucht fleißig besehen, damit, wenn >'etwau eines oder das andere aufstößig würde,man so bald Rath dazu schaffen möge, llibri- ^ 5gens soll man mit der Fütterung insgesamt ^ >äesparsam nmaehen, damit um Lichtmesse, sovor die Helffte des Winters gehalten wird, sienoch halb vorhanden sey. >,,5

Die Pferde-Zncht und Wartung inson- -xderheit betreffend, soll man die Pferde-Ställegleich denen andern Vieh-Ställen, weaen derharten und durchdringenden Kälte wohl ver-wahren und warm hallen, und die gesen Mit-ternacht stehende Fenster mit Laden undS..oh-Decken, die übrigen aber also vermachen, daßsie dennoch ein Licht haben. Die trächtigenStuten soll man mit qenngsimen Futter ver-sehen, doch nicht zu viel aus einmal, sondern öff- >.ters füraeben, auch ben leidenllichen und lieb- , ,lichen Wetter, allezeit über den andern Tag, et- ,wiin eine Stunde lang beym Zügel in ein ebe-»es Feld oder Wicsen'füdren, aber nicht frey /lassen, noch weniger einspannen. Beyderglei- , ^chen Wetter soll man auch die Füllen um den ^.Mittag im Hose auf eiue Stunde sicher aehen , -undergökenlassen. Bey grimmigerÄckltesvli ^man den traaenden Rossen und kleinen Füllen ^ ^das kalte Wisser mit warmen mischen, wel-ches auch den andern Rossen nicht schaden mag. >llnd weil die Pferde am Ende dieses Monats !sich zu hären anfanaen,soll man ihrer wohl war- -.k!»ten, sie offt und fleißig striegeln und abwischen, '!und sein rein halten, damit sie wohl zuuckmen ' 5und schön werden. Man kan auch diePserde, - ^wo man eS ohnedem in diesemMonat thun will, ^ ^>m neuen Mond oderden dritten Taa hernach, ^beschlagen lassen, so sollen sie gute Hufe bekom-men. Endlich soll man auch in diesemMonatdie Arbeits-Pferde wohl füttern, damit IieFleisch auf den Leib legen, und solches bey der ' , Ibevorstehenden Arbeit wieder zusetzen können.

Bevdcil Fedeu-Vied soll man nun aniail- vgen, die Vogel - Tauben - und Hüner - Hau>er ,,und Nester nach und nach zu saubern und «us- 'ZUpuken, damit sonderlich die Hüner und Tau- ^.ben wiederum legen!>nen; den Mist davo» - .kan inan in die Gärten dünne ausstreuen. Die >Huner, damit sie bald leaen, mir Maltz/oder j.mit gedörrten und gerasteren Früchten, als ge-rostetem Haber und Erbsen ?e. auch geröstetem >Brot futtern, aber nicht überfüttern, weil st- ^sonnen Mit den. Legen nachlassen. Al,o mußman inzleichen denen Gamen sparsamlich sur- '

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