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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3387-3388
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z;Z7 Zwiebel-Gewächs

genommen, und bey andern Gebratenen nur indie Brat - Pfanne geworffen werden. In derArtzeney haben die Zwiebeln ihren vielfälti-gen Nnkcn. Innerlich treiben sie den Harnund befördern den Schweiß. Rohe Zwiebelnzerschnitten,frisch Brunnen-Wasser überNachtdarüber stehen gelassen, und von demselben,wenn es ein wenig versässet, den Kindern gege-ben, tödtet und treibet die Bauch-Würmer.Der ausgepreisete Safft mit Violen- oder la-xirenden Rvsen-Snrup vermischt, thut der-gleichen. Zwiebeln in Wasser oder Wein ge-sotten, davon mit Honig versüsset getruncken,zeitiget die innerliche Geschwüre, zertheiletden zähen Schleim auf der Brust, und besördert das Auswerffen, welches auch die in heis-ser Asche gebratene, Morgens und Abends mitFeigen und Honig oder Zucker eingenommene,Zwiebeln leisten. Aeusserlich gesotten, oder^ in der Asche aebraten, und warm aufgelegt,zeitigen uns öffnen sie die Geschwüre, auchPest Beulen, sonderlich, wenn sie mit Theriaegefüllet, nachdem <>e gebraten, zerrieben, undzwischen zwey Tuchlein aufgeleget werden.In Milch gesotten, und Pflaster-weise überden Nabel gelegt, treiben sie den Kindern dieWurme ab. Mit Saltz auf Wartzen und Hä-uer-Augen gelegt, ziehen sie dieselben aus.Der Geruch von Zwiebeln stillet das Nssen-Bluteu, noch mehr aber, wenn sie mitEßia zer-rieben in die Nase gethan werden. Der Safft,bloß oder mit Rosen-Wasser oder weissen Weinvermischt, in die Augen getröxffelt, nimmt dieFlecken und alle Rothe und Hitze weg. Der-selbe mit Saltz vermischt,und auf einen Brand,ehe denn Blasen aufgelauffen, mit Tüchlein ge-legt, keilet den Schaden. Das Haupt mir ei-nem Scheer-Messer beschoren, mit Zwiebeln-Safft oder abgeschälten Zwiebeln offte gerie-ben, macht ein schönes Haar wieder wachsen.Zwiebeln in einem Gemach aingehanqen, sol-len zu Pest-Zeiten die ansteckende Lufft an sichziehen/ und das Gemach da-wn reinigen. DenWunden sind die Zwiebeln sehr schädlich,indemsie die Heilung verhindern, nicht nur, wennder Verwundete davon genießet, sondern auch,wenn nurdas Eisen, womit die Wunde geschla-gen, mit Zwiebeln bestrichen wird.

Zwiedel Gewächs, Rlele/Sielwerck, heis-sen diejenigen Blumen-Gewächse, so ans einerdenen bekannten Küchen-Zwiebeln gleichenderWurtzel entspriessen; als da sind Tulipanen, >Kayser-Cronen, Lilien, Türckische Bunde/Nareissen, Tuberosen, Hyacinthen, Frittila-!rien und viel andere mehr- Alle Blumen-Zwie-beln eisorderndurchgehends ein lockeres, nichtszu sandiges, auch nicht leimiges, sondern träch-!tigeS Erdreich, ohne Mist, er wäre denn zanykurtz und verfault. Sie werden entwederdurch den Saamen, oder durch die Kiele ver- ^mehret. Die erste Weise gehet sehr langsam,aber die daraus erzielte Blumen spielen schö-ner in Farben. Die zweyte Weise giebt ge- ^schwinder Blumen, und geschiehet durch Ab-nehmen, und wieder Verpflanzen der jungen!Setzlinge/ so sich an den allen Kielen ansetzen.!

Z willig M,

Die schupxichten Zwiebeln, dergleichen^weissen Lilien, Türckische Bunde und anderehaben, weil sie nicht leichtlich eine junge Brützusetzen, werden nur, wie sie s?ch selbst theil-,,,von einander gerissen, doch da5 bey iedeni, wasabaenssen wird, oben anf die von Blätleiu zu-sammen gesetzte Spike oder Keime, darausder Stengel wächset, gany verbleibe. Die ge-meinen Zwiebel-Gewächse werden im ander»und dritten Jahr, was aber edle, schöne Blu-men sind, alljährlich ausgenommen, sv bald imSommer das Gras oder Kraut davon gelb wor-den, und sich der Safft in den Kiel gezogen hat,welches meistens umIa'eobi theils früher,theilsspäter, nachdem die IahreS-Witterung ist, zugeschehen pfleget. Die ausgenvmmenen Zwie-beln werden auf einen saubern Boden oder inein Gemach, auf Tische oder geieqle Bretersäuberlich und dünn aus einander gebreitet;wenn sie also acht Tage gelegen und wohl rü-cken worden, alsdenn wird aller Koth, neW de-nen unsaubern Schalen und Wursteln hinweggenommen, und die jungen Setzlinge von de-nen alten subtil abgelöset und abgesondert.Wenn etwa ein edler Kiel, ans Versehen mitdem Eisen wäre verletzet worden, soll man al-sobald gebrannten und klein zerstossenen Lei-men aus den beschädigten Ort streuen, auchmuß man bey und nach der Ausnahme die Erdefleißig durchsuchen, ja solche wohl aar reuternoder sieben lassen, damit von den edlen Kielennichts zurück bleibe. Die gar kleine Britt mußman von der Mutter nicht absondern, sondernwieder damit einlegen, und bis aufs nächst fol-gende Jahr sich ergrössern lassen. Wenn einKiel, von dem man seiner Rarität wegen, ger-ne eine Art hätte, gar nicht zusetzen will, sollman denselben, wenn er vsrpflantzetwird, un-ten an ein paar Orten snbtil aufritzen, welchen-salls er das nächste Jahr gewiß Beysake be-kommen soll. Was man vom Kielwerck oderZwiebel-Gewächsen übe'' Land schicken will,das soll man erstlich in Moos, darnach in Pa-pier, woran der Nahme des Gewächses noti-ret, einwickeln, in eine Kiste einmachen, undmit Wachs Tuch vor der Nässe wohl verwah-ren. Anemonen und RanuuculenkanmünmBaum-Wolle, was aber Wunzeln sind inMcosmit Honig befeuchtet, einmachen; bleiben sieaber nur einige Tage unterwegens, so ist einfeuchter Moos schon gut aenug. Das kleineZwiebel-Werck, als Ioiiqvillen, Fnnllarienund dergleichen, mag man, wenn sie abgetrock-net sind, in ein Papier einwickeln, und inSchachlein verwahren.

Zwiebel-Schwertel, siehe Sch>vertel-Li-Ire».

Awillig, ist ein aus Flächsenen Garn dop-pelt- und erhaben überschlageneS, weiß -verser-tigtes Gewebe, aus allerhand zierlichen Mu-stern bestehend , woraus man Bett - Geräthe,Hand TüseroderQvelen und Tisch-Zeua zuschneiden pfleget. Er wird von allerhand Gü-te und Sorten gemacht.

Zwingen, siehe Zwang.

Zwirn,