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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3351-3352
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z;;- Ziegel

beut zu Tage am meisten mit gutem Nutzen ge-brauchet, Es ist ein solches Dach nicht nurleichleund zierlich, sondeiil eSkan auch, wo esfchadhaffc worden, ein Stein hin und wiedergar beqvem und ohne grosse Kosten eingezogenwerden, H -erzu sind annoch zu zählen dieBlend-Steine, womitmandas Holtzwerck andenen Gebäuden zu verblenden pfleget, ms esin das Wetter »u stehen kommet ; denn diesesind nur omie Nasen, Mang, viereckige sonstaber in der Dicke und Brette der Dach -Steine,eine halbe Elle - mg, mit zwey Löchern »ersehen,wodurch sie mit Nägeln an das Holtzwerck ge-hefftet werden können- Die letzte Art sind dieDach -Pfanne», Kg.zk, welche ebenflls nocheine alle Art, und gleichsam das Mittel zwi-schen den zwey anieks beschriebenen Gattun-gen seyn: sie haben hohle Seiten, davon dieeine über die anders unter sich gebogen siehet,womit sie einander f.isseu und wohl schüesseu.Allein, da sie wegen der Krümmen des an bey-den Seilen hohlen Falkes leicht zerbrechlich,und, wo sie tüchlig gemachet seyn sollen, imZiegelstreichen mehr Arbeit erfordern, und weitmühsamer, bedienet man sich zu unserer Zeitderselben gar nicht mehr- Der Le;m, oder die zudenen Ziegeln gehörige Erde joU im August-Monat in Menge gegraben, und auf Haussenvertheilet werden, daß die Sonnen- Hine solchedurchkochen, folglich der strenge Herbst durch-winden, und letztlich die harte Winters Äälterecht wohl und geschmeidig durchzwingen mö-ge. Die Ziegel-Erde muß kein allzufetter Leim,auch nicht allzu siüßiq seyn, denn diwon pflegendie Steine im Brande zu schwinden, und vielkleinerzn werden. Sie soll iGst keinem Mer-gel oder Schmergel, mit keinen Sleinlein oderfressender imneraüscher Erde, davon sie bey demFi oss und Regen-Wetter zerschiebeln und zer-springen, vermenget, auch nicht allzu mager,sandig oder spröde seyn, weil davon nur bloßzerbrechliche Steine werden. Des Frühlingswird die im vorigen Herbst ausgegradene Erdenach der Ziegel-Scheune in den Sumpf gefüh-ret, dasell'sten cmgesumpffet,, das ist, mitWasser so lange begossen, bis sie durchgehendswohl erweicher, hierauf von denen Arbeiternmit blossen Beinen durch einander getreten undgeknetet, nach diesem heraus auf die Traten ge-schlagen, und mit eckigte» Spaten und eiser-nen Messern umgestochen und zerhacket, damitdie Erde noch geschlachter werde, und alle dar-unter befindliche Steinlein, Wuryeln und an-derer Unrath heraus kommen und davon abge-sondert werden mögen. So denn bestreuet derZiegelstreicher den Streich Tisch mir reinemtrockenen Sand, worzu insonderheil der klareFluß - oder Wasser-Sand, der tauglichste ist,damit der Leim sich nicht anhange, leget dieMauer -Stein-Forme zu rechte, und drücket soviel Leim darein, als nöthig ist, überstreichet sel-h'.ge, daß sie schön glatt werden, und leget siein der Ziegel-Scheune auf den Boden geradenieder, daß sie daselbst von der Luffr trocken undKarte werden. Die Dach - Ziegel werden auseinem mit Leder überzogenen Bretleiü in der ei-

Iiegel zz;z

fernen Dach-Stein-Formegestrichen, glättge-macht, der Zapffen ober die >o genannte Nase '«daran fermiret, nochmals mit Sand bestreuet, ^die Forme umgewandt, und die gestrichene ASteine auf die Dach-Stein-Breter gelegt,welche der Junge sogleich aus des StreichersHand nimmt, und !«uf das Gestelle legt, damit ^sie ertrocknen mögen. Ein guter und hurtiger AStreicher kan des Tages eilf bis zwölffhundert !ii^'Stück Mauer- und bis funsszehen hundertStück Dach -Steine streichen. Wenn nun an jF 'Mauer - Dach - Forst und andern Steine« so Fviel getrocknet, als man zu einem Brand nö- <thig'chat, lässet der Ziegler einfahren, beseket ' "die Bäncke im Brenn - Ofen bis über dieSchlufft-Lscher mit Mauer - Steinen, wölbetauch gleichsam die Schlufften, und machet dasSchloß so wohl, als den Krantz von Mauer-Steinen, den übrigen Platz aber füllet er mit ^Dach und Forst-Steinen an, welche Steineinsgesamt er dergestalt rorlheilhafftig setzt, daßdas Feuer und die Hitze überall durchdringenkan. Oben wird derOfen wieder mir Mauer- »«->Steinck zugedeckt, die Thüre, so an der Seile 'mitten m den Ofen gehet, Mit Steinen und Er- Ade verschüttet, und hieraus mit Strök und dür- ^rem Reiß Hol!? angebrannt, mit guten Eiche-nen und Aspenen, oder welche noch besser, mitTannen-Dichten- oderKiefernen-Scheile:«, bisaufden fünssten Tag sortgeieuert, und ent üchwieder mit Reiß - Holy beschlossen uns abge-brannt. Das Holst muß weder grüi! noch faulseyn, weil es sonsten nur glini.net und keinFeuergiebt, welches denen Iiegeln so wenig nutzet,als wenn man ein Gebraude Bier mit purenKohlen gut und tüchtig kochen wolte. Runde . .Kleppelund Stock-Scheite taugen auch nichtviel, und thun drey (tlassrern rechte eicheneScheite so viel, ja noch mehr, als von lenen vierClaffcern: Den sie legen sich vors erste nichtso dichte in Clafftern zusammen, wie die rech- ?ten Scheite, sondern lassen grosse Lücken zwi-schen sich, und zum andern liegt emKleppel, so "bald die Schale weggebrant, nndglimmer nur, ^an statt daß er Feuer geben solte. Das Holy, >so man zu einem Brande benöthiget, soll billignoch vor dem Anbrennen an den Ofen gefukret Mseyn, daniir der Ziegler, in Ernkangelung des^, ^Holtzes, mit der Feuerung nicht stille halten'dürffe, und Schaden dadurch verursachet wer-de. Den ersten und andern Tag wird nur dasSchmanch-Feuer gemacht, das ist, die Ziegel ^werden mtt einem kleinen Feuer gleichiam ge- A ? ,,räuchert, damit sie annoch etwas und zwar all- Z:,,mahlig austrocknen und ausschwitzen ^können,den dritte» Tag werden die Schlusst - oderSchur-Löcher soweit versetzet, daß man nur .mit einem Scheite geräumig darüber weg-schiessen kan, und alle Fugen zwischen den« W.Steinen aufs beste mit Leimen verschmieret,al-so, daß nechst der obern Oessnuna im Schm -Lo- »che nur noch ein einiges, kleinesZug -oder Lufft- ^Loch am Boden desselben gelassen wird, linsvon dieser Zeit an, continuiret man noch drey ^Tage uudzwo Nachte niit starckem Feuer, de-fahret den Ofen oben mit Erde, beleget solche