Zeitungen
werden, ausser, wenn bis Brüt davon Me-son' ert, welches etwa» i» zwey oder drei;Jähren cmmM zu geschehe» pfleget. Siewe^en um Iacobi «inzesetzet, so bringen siegemeiniglich um Michaelis die Blumen, imi olgenden Frühling ab?r erst das Kraut. Siesind so lebhafft, daß sie auch, wenn sie gleichnicht gepflantzet werden, dennoch ausserhalbder Erden in der Lufft blühen. Wenn derStenge! oder K-el zu jahling und zu weithinab nach der Zwiebel zu faulet, so muß mauselbige ausnehmsn, das F.iule da»vn schnei-den, sie sein absaubern nn" wieder einlegen.Siehe Margarethe» Dtt'nnlein.
Aeit-Scha<?f, such^ Sckaaf
Aezrunrzcn sind eiaenrlic!» «druckte Nachrichten von Begebenheiten. d-e sich begebenhaben, ober noch bevorstehen, und von alledem, was man von andern zur acsclligenHülffe verlanget, oder womit mau ihnen die-lieu will und kau vbu.ohl sonst guck iedemündliche Nachricht und ein vssntlickerMuss eine Zeitung heißt. Die ersten sindeinzutheilen in gelehrte Staats mW öco-Ziemilche Z^itunaeo. Ein Wirt braucht nachdem Unterschied seines rundes, semer Ge-schicklicbkeit und Umstände alle, m d zwarziüt vielen, Nnken. Den» ein M nsch muß,so lange er lebt, in der Ert^nrniß der Wahr,heit zu seiner Glückseligkeit theils durch Erfahrung, welches entweder die eigene oderfremde ist, theils durch N-choencken lernen,sonst wird er bald in diesem und jenem Stück,sonderlich in der Gesellschafft der Menschen,die neben ihm sind, und immer weiter kommen,ein Ignorant, und sich sowohl als andernunnütze werden. Zu der Erfahrung aber ge-hören diese aesellschafftliKe Nachrichten un-ter andern Mitteln. Denn sonst dienen dasReise» die Cv:resi>ondenft, die Conoersation,die Besuchn»" ostentlicher Oerter, gantzeImirngic, die Geschichts-Bücher, ja endlichallerhand andere Mittel, wodurch man et-was bekannt machet, z. E. öffentliche Ta-feln zum Anschlagen, die man InteUigentz-Taseln nennen kan, Ausser, Zeichen zc.dazu, derer man sich geschickt bedienen muß.IZnd eben deswegen ist denn auch nicht zutadeln, daß ein Wirt Ieitnngen lese und halte, sondern vielmehr zu rathen, wenn er sol-che zu lesen geschickt ist. Vieweniqer ist esunrecht, unter andern eine öffentliche An-stalt zu Staats-Krieaes-und Friedens'-Zei-tungen, die man, weil sie die gemeinsten, bekanntesten und beliebtesten sind, eigentlichZeitungen, Nouvellen, Gazetten nennet, zunnchen, folglich solche öffentliche Zeitungentäglich und wöchentlich durch angelegte Cor-tesrondenü in und ausser Landes in alle Thei-le drr Welt zn befördern, fein geziemend ein-richten, drucksn, und ausbreiten zu lassen,Wodurch die Geschichte der Reiche und Staa-tensonderlich was die öffentlichen, bürger-lichen, Krieges - und kirchlich«» Regierungs-Beael't'ükeiten und Gelchässte betrifft, im-Niek siZttzcsetzct und bemnnt gemach! wird.
Zeitungen zz4s
Denn zu geschweige«, daß dieses eine feineund ungezwungene Revcnne, so mit dem Post-Wesen zu verknüpffen, tenen Cammern ab-wirfst, so hat es auch in der Regierung ftnstseinen Nuüen. Und wenn auch eben keineöffentliche Anstalt deswegen gemachet ist, sohaben doch auch die Privat-Zeitungen, diegedruckt werden, ihren Nutzen, wenn sie nurunter gewisser Ordnung stehen. Denn einkluger Wirt kan nebst dem vielen Nutzen,den alle Historie, ja auch wohl eine erdichte-te Fabel /insgemein hat. und nebst dem Ver-gnügen der menschlichen Nengierigkeit, «derauch dem Zeit-Vertreib, der zur Adwechse-luna und »ur Ruhe der Seelen Kräffte bis-weilen nöthig ist, nur aber nicht in Müßig-gang degeneriren muß, sehr viel ökonomi-sche Schlüsse und besondere Erinnerungenzur nunbaren Anstellung seiner Wirtschaffts-Geichäffte, die alle gewisser Massen wenigerode! mehr in der Nähe und Ferne mit denenBegebenheiten der Welt zusammen hängen,mache». Sonderlich dienen sie in grossenund sich weit ausbreitenden Wirtschaffts-Ge-schafften, und daher Handwerckern, Ugnulz-Kuriers und Kauffleuttn ungemein. Dochdiese Art der Zeitungen ist so bekannt, undschon so gemein und beliebt, daß fast der ge-ringste Mensch, der fast keinen Nutzen alseine blosse Lust davon ziehet, solche liefet,undoffr viel Geld damit aus blosser unnützenNeuoierde verschwendet wird. Allein wasdie veouomischen Zeitungen anbetrifft, so sinddieselben an denen meisten Oerten, nebst demgantze» zum Behufs der öffentlichen Landes-uiid Privat-Wirtschasst wohl eingerichtetenInteüigenh-Wesen, gantz unbekannt, ehner-ächtet sie obnstreitig vielen Menschen vielnö-tkiaer und nüniicher sonderlich bey unsernvielen und zunehmenden öconomischen Ver-änderungen , als die andern, allen aber docheben so nützlich sind. Denn man hat aiisserdenen Brandenburgischen wöchentlichen An-zeigen und Inkelliaenk-Biiiltern, oder öko-nomischen Zeitungen, die zn Halle, Magde-burg, Berlin zc. durch öffentliche Veranstal-tung zum grossen Nutzen der Oeconvmie undPolicen sowohl, als zum Behuss des vor ar-me Soldaten-Kinder in Potsdam angeleg-ten Wai!sen-Hanfes, als dazu der Gewinndamit angewendet wird, herauskommen, an-derswo sonst nichis als kleine, unvollkomme-ne ^Versuche, die, da sie nur von Privat-Krafflen unterhalten werden , nicht viel be-deuten. In Weimar wurden zwar An. i7Z4auch unter Hoch-Fürstlicher Veranstaltungdergleichen oconomische Zeitungen, oderNachrichten und Anfragen," in Policey-Com-mercien-und andern dem Publics dienli-chen Sachen veranstaltet, dSr Gewinn davonader zur Unterhaltung derer Laternen in derResidcntz angewendet. Allein sie haben sich baldaeendiget. In Braunschweig, Hannover,Dreßden :c. hat man gleichfalls solche löblicheAnstalten. Ausser diesen aber findet man nichlsordentliches von össenklichen «evnvmischen
Zeitukl-