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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3303-3304
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zzoz Wurm

hinein. Doch m«ß man sie, weil sie sonsten indieser Kranckheit nicht gerne etwas andersfressen wollen, mit Brot füttern und unterhal-ten. Wenn ein Pferd dergleichen Würmer inden Ohren hat, so fühlet mit den Fingern andie Ohren, wo es weich ist, da liegen solche;diesen Ort schneidet Creutzweis auf, reibetGrünspan, AUun und zerflossene Pferde Beinedarein, und heilet es wieder mit einer Salbe.Wenn auch einem Pferde in denen SchädenWürmer wachsen, w waschet erstlich den Scha-den mit warmen Wein rein aus/ und streuetsvdenn Pulver von wilden Cucumern oderGurcken darein. Wachsen denen HundenWärmer in denen Schäden, so stosset Schmeerund Brunn-Kreß durch einander, machet eineSalbe daraus, streicheks auf ein FleckleinTuch, und legets ihnen als ein Pflaster auf.

vvurm, ist auch eine Kranckheit der Pferde,so von dickem, faulem und unreinem Gebluleherkommt, und gleich dem Krebs, Haut undFleisch anereifft. Er ist unterschiedlicher Ar-ten, der reitende, der lauffcnde, der auswerffen-de, der Französisch? u. s. w. Sie sind alle an-steckend, so gar, d>.ß der Stand, in welchem einsolch Pfe^d eingestallet worden, über lange nochanstecken kan. Der Wurm zwischen Fell undFleisch ist dreyerley. Der erste hebt vorne» ander Nasen des Pferdes an zu wühlen, und wo erliegt, da wird eme Beule einer Erbse groß;diesen Ort oder Stäte brenne mit einem heis-sen Eisen ein wenig, und streue Grünspan undzu Pulver gebranntes Roßbei» darein, so stir-bst er bald; oder nimm ein Bein von einemPferd, das am W»rm gestorben ist, und henck esdemkrancken Pferd an den Hals, so stirbt derWurm davon. Der andere Vvurm halt sichgern auf zwischen den Beinen und dem Huf,uud wo er kegk, da wird eine Beule, als eineNuß. W nn sich diese ereignet, so nimm zweystarcke Hirsch-lederne Riemen, und binde demRoß das behafftere Bein unter-und oberhalbdes Wurms wohl damit, und laß es also gebun-den stehen/ wo es des andern Morgens nichtaufgebrochen, muß die Beule mit einem heissenEisen Creuü weiss gebrannt, und gepülverterGrünspan, nebst geflossenem Venedischen Glasdarein gerieben, auch behörig verbunden wer-den, so wird der Wurm in drey Tagen abster-ben- Lieaet er aber über den Knien, so bindetman das Pferd mit gedachten Riemen an derBrnff> und brennet die sich ereignenden Beu-len Creutzweis, oder schneidet sie auf, undstreuet das vorgeschriebene Pulver drem; wel-ches auch geschehen soll, wenn der Wurm amBauch zwischen Fell und Fleisch ist. Odermachet aus Hütten-Rauch u»d Honig eineSalbe, und schmieret damit dieBeülen. Derdritte Wurm hält sich auf ben dem Schloß,auf dem Schwelfflünd beym Hintern, da findetsich gleichfalls eine Beule, uns das Pferd reibetsich an die Wände und jucket sich; wird mandie/eS gewahr, so offne man die Haut Crentz-weis mit einem Messer oder Flieten, reibeGrünspan und Galitzen-Stein darein, und bin-de mit altem Schmcer gemengten Bilsen-Saa-

Wurm z?o4

men darüber. Oder, man brenne die Beulen,und nehme pulverijirte Roß-Beine, (absonder- "lich, so es zu habenden einem Pferd,das an dem 'Wurm gestorben), Grünhan nnd Schwefel ei-nes so viel als des andern, und streue es darein. 'Oder, man nehme Wermut Gafft so viel, daßman ein Tuch darinnen netzen kan, und streue.n die gebrannte Stelle, da« nächst vorher be« ^schrieben«: Pulver, binde lodenn das mit dem "Wermut-Safft genetzte Tuch um das Pferd -sieben Tage lang, so wird es wieder gesund.Sonsten, so ein Pferd den Wurm an den Ba-cken hat, so schneidet ihm die Haut daselbst auf,schiebet die Wurtzel vom grossen Wullkrautdarein, und hefftet« wieder zu, daß sie nicht her-aus falle. Wenn der Wurm an der Brustist,so schlaget ihm die Hals-Adern, beyde Bug- .Adern, und beyde Spor-Ader» und lasset sieziemlich blut.'», damit das böse Geblüts herauskomme; darnach leget ihm zwey Haar-SeileandieBrust. oder inwendig an dieBciiie, zie,het aber solche nicht eher hin und wieder, bisdas Pferd also zwey oder drey Tage gestanden,nach diesem thut man es alltäglich früh und 'Abends ein oder etliche mal, doch sein sittsam,so wirddie böse Feuchtigkeit heraus flicssen, undnicht mehr hinab in die Beine sincken. Wotteober der Wurm oder die Beulen hievon nichtvergehen, so schneidet die Haut der Langc nach,von einander, leget reines Werck, so in Eyer-weiß genetzt, in die Wunden, und bindet sie mit -einem Tuche zu, damit die Lustt nicht daran ge-he, lasset es also drey Tage stehen, hernach wa-schet die Wunde alle Tage zweymal mit war-men Wein aus, nehmet serner guten Vitriol,Honig, Mehl und Saltz gleich viel, machet dar-aus eine» Kuchen, dorret denselben in einem Ä',:Backofen, stosset ihn zu Pulver, und streuet das- !selbe in die Wunde, bis sie heilet, und in derAeit lasset es alle Tage reiten, und wenn eSin den Stall gebracht,iedes mal die Haar-Seileregen. Wenn der Wurm dem Pferd an das Ge- kschröt oder Gemischte kommt, so nehmet gepul- ^verteil Armenischen Boluni machet chn an mitEßig, thut des Sassts von Wintergrün, Zwie- ' 'beln und Nachtschatte» darzu, schlagets überden Schade»; nehmet ferner 5cn Saamen vonweissen Berg-Distel», zerstoßet ihn wohl, zer-reibet vier Unken Vmedischen Theriae in ei- , v,,nein Quartier guten warme» Wein, menget 'den Saamen darunter, »nd giesset es dem 'Pferd laulich ein. Ist der Warm an der Riebe ^ .'desSchwantzes.so schneidet ihm daSHaarljm-weg, und die Haut einer guten queren Handlang auf, stosset Grünspan, Schwefel, Schmeerund Bilftu-Saame» wohl durch einander, undstreichet es in die Wunde. Vor den au»wer- .5:senden Wurm : Nehmet Pilsen-Saauien ^oder das Kraut mit der Wurtzel, und lasset eS ineinem Topff, welcher recht verkleidet seyn muß, > -daß öerDampffnicht heraus gehe, wohl sieden;bähet oder waschet die Stelle wohl damit, dader Wurm ist, so werden die Beulen aufbrechen, ^das thut drey oder vier Tage, und zwar des Ta-ges zweymal, so heiß als es das Pferd erleidenk <v> ! stosset sodeni! eine Hand vollSadebautt»